Oldenburg /Ammerland Mehr als 3000 Landwirte sind am Dienstag mit rund 1900 Traktoren und Landmaschinen durch Oldenburg gerollt, um gegen den Agrarpakt der Bundesregierung zu demonstrieren. Mit dabei waren Bauern aus dem Landkreis Ammerland. Sie wollten ihre Stimme erheben, für ihre Sache einstehen – so auch Claus Cramer. Der Landwirt leitet einen Milchviehbetrieb mit 220 Kühen in Lindern.

Was ihm wichtig ist: Die Landwirte wollen nicht für alles verantwortlich gemacht werden, sondern wollen gerecht behandelt werden. „Für uns bedeuten die roten Gebiete große Einschränkungen. Wir wollen, dass eine objektive Bewertung nach wissenschaftlichen Erkenntnissen vorgenommen wird“, sagte der 47-Jährige im Gespräch mit der NWZ mit Blick auf die Regelungen zur Nitratreduzierung im Grundwasser und der Dünge-Problematik. Zudem betont er den Willen der Landwirte, umweltschonend zu wirtschaften.

Lena Timmermann reiste aus Nordloh an, ihre Familie führt gemeinsam einen Hof mit 150 Kühen: „Wir fühlen uns in die Enge getrieben, es gibt immer mehr Forderungen und Aktionismus“, berichtete die 28-Jährige bei der Demo. Sie betonte, dass die roten Gebiete die Existenz der Betriebe betreffen: „Wir sind bereit für Innovationen, können aber nicht so schnell handeln.“ Angesichts der Vorschriften müssten sich junge Landwirte fragen, ob sie diesen Beruf in Zukunft ausüben wollten: „Dies ist der schönste Beruf, wir lieben unsere Tiere. 20 Prozent weniger Futter bedeuten jedoch auch 20 Prozent weniger Einkommen, daran gehen viele kaputt“, sagte Timmermann.

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Auf einem Milchviehbetrieb mit 250 Kühen arbeitet Julian Hinrichs aus Apen. „Uns geht es darum, dass wir keinen Rückhalt aus der Gesellschaft bekommen und die Politik viele Dinge lieber auf uns schiebt“, sagte der 21-Jährige. Er berichtete zudem, dass viele in seinem Alter darüber nachdenken würden, ob sie überhaupt weiter in der Landwirtschaft tätig sein wollen.

Nils Coordes Redakteur / Newsdesk
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