Nordloh /Rastede Für Junglandwirtin Lena Timmermann, ihre Familie und ihre Berufskollegen war es ein besonderes Ereignis, für Apens Bürgermeister ein wichtiger Wahlkampf-Termin und für den Gast aus Hannover eine Möglichkeit, einmal mehr das Ammerland zu besuchen und den SPD-Bürgermeisterkandidaten Matthias Huber und Lars Krause Schützenhilfe zu leisten: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil war in Nordloh und in Rastede zu Gast.

Um das Thema Landwirtschaft drehte sich alles in Nordloh, hier besuchte der sozialdemokratische Ministerpräsident auf Einladung der SPD-Ortsvereine Apen und Augustfehn den Milchviehbetrieb der Familie Timmermann.

Junglandwirtin Lena Timmermann stellte der Gästegruppe, darunter auch SPD-Landtagsabgeordnete Karin Logemann, bei einem Rundgang den Familienbetrieb vor. Die 27-jährige Agraringenieurin will den elterlichen Hof übernehmen, auf dem 160 Kühe plus Jungvieh gehalten werden und zu dem 95 Hektar Ländereien gehören. In den vergangenen Jahren hat die Familie Timmermann stark investiert, ein weiterer Stall und ein Melkroboter wurden angeschafft. „Zwei Drittel unserer Kühe werden durch den Roboter gemolken, ein Drittel am Melkstand“ berichtete die begeisterte Junglandwirtin.

Im Gespräch mit den politischen Gästen bemängelten Lena Timmermann und ihre Berufskollegen, dass die Landwirtschaft für alles und jedes verantwortlich gemacht würde. Ob Artensterben, Einsatz von Herbiziden und Pestiziden, Grundwasserprobleme oder die Diskussion um Tierwohl – Landwirte würden oft an den Pranger gestellt, Bauernkinder gemobbt und das Engagement der Landwirte würde weder anerkannt noch wertgeschätzt. Die wenigsten Kritiker hätten dabei Höfe besucht. Auf den Familienbetriebe werde nicht nur viel gearbeitet und man halte sich an die Gesetze, sondern mache in vielen Bereichen weit mehr, als man müsse.

Stephan Weil und Matthias Huber forderten die Landwirte dazu auf, sich aus Frust nicht zurückzuziehen, nicht müde zu werden und über sich und ihre Arbeit zu informieren. Wie Huber sagte, sei das Miteinander von Bauern und anderen Bürgern noch gut. Wichtig sei es, dass Bauern sich weiter in Dorfgemeinschaften engagierten und mit den Bürgern im Gespräch blieben.

In Rastede nahmen anschließend mehr als 100 Gäste an der Veranstaltung „Auf ein Wort“ mit dem Ministerpräsidenten teil. Als Veranstaltungsort hatten die Sozialdemokraten das Autohaus Horstmann gewählt. Eineinhalb Stunden lang beantwortete Weil Fragen aus dem Publikum. Themen waren vor allem günstiger Wohnraum, Bürgerbeteiligung, Klimaschutz, Schulpolitik und Digitalisierung.

Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
Frank Jacob Rastede/Wiefelstede / Redaktion Rastede
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