BAD ZWISCHENAHN „Ich habe nichts gegen Wildkaninchen, doch seitdem sie sich bei uns niedergelassen haben, ist unser Garten völlig kahl gefressen“. So oder so ähnlich klingen Anrufe von verärgerten Gartenbesitzern bei hiesigen Jägern, wenn diese putzigen Tiere, die gar nichts verschmähen, den Garten als Speisekammer nutzen.

„Wer ständig miterlebt, wie es im Unterholz und auf dem Rasen immer voller wird, und wie es abends im Dunkeln links und rechts neben dem Fahrrad huscht und hoppelt“, kommt ins Grübeln, erzählt Gerd Dreyer von der Jägerschaft. Kaninchen seien zwar putzig und niedlich, doch der Schaden, den sie anrichteten, sei immens.

Die Wildkaninchenpopulation habe in den letzten zwei Jahren besonders stark zugenommen, so Dreyer. Abends sei es am schlimmsten. „Dann kommen sie, dämmerungsaktiv, wie sie nun mal sind, alle aus den Löchern gekrochen.“ An einer Stelle auf der Rasenfläche im Kurpark in der Nähe der Kurklinik habe er mehr als 100 Kaninchen gezählt. Dort im Rasen sei das Erdreich mit Kaninchenbauten stark durchzogen.

Kaninchen werfen vier- bis fünfmal im Jahr je Wurf sechs bis acht Tiere, was je Weibchen 40 Jungtiere im Jahr ergebe. „Früher regelte die Natur den Bestand dieser Wildtiere“, erläutert Dreyer, doch die Myxomatose, eine Kaninchenseuche, sei sehr lange nicht mehr aufgetreten. Natürliche Feinde haben die Tiere im Siedlungsbereich kaum.

Eine ähnliche Plage lege derzeit bei den Enten vor. Auch diese hätten sich in den vergangenen Jahre äußerst stark vermehrt, so der Jäger. Verschmutzungen durch Federn und Exkrementen zeugen davon. Außerdem würden die Vögel Löcher in den Rasen fressen und so große Schäden an der Grasnarbe anrichten. Eine Ursache sieht die Jägerschaft im verbotenen Füttern. Liegen gebliebene Futterreste würden zudem Ratten anlocken. Nicht zuletzt werde das Zwischenahner Meer stark belastet, was nicht förderlich für den Fischbestand sei.

Durch eine Bejagung, die ab September wieder erlaubt ist, soll der Entenbestand reduziert werden, kündigen die Jäger an. Kaninchen dürfen ab Oktober bejagt werden.

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