Bad Zwischenahn „Das war die wichtigste Unterschrift in meinem Leben“, sagt der Zwischenahner Hotelier Hans-Georg (Hansi) Brinkmeyer und Wehmut schwingt in seiner Stimme mit. „Das Seehotel Fährhaus ist verkauft und wird ab dem 1. August zu Dr. Lohbecks Privathotels gehören. Alle 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden übernommen. Für meine Frau und für mich war es wichtig, dass wir das Hotel in gute Hände geben können, und wir sind sicher, dass wir eine gute Lösung gefunden haben“, so der 63-Jährige, der alleiniger Eigentümer des „Seehotels“ war. Für welchen Preis der Gebäudekomplex am Zwischenahner Meer verkauft wurde, verrät der Unternehmer nicht.

Mehr als der Arbeitsplatz

Für Hansi Brinkmeyer ist das „Seehotel Fährhaus“ stets mehr gewesen als sein Arbeitsplatz und seine berufliche Existenz. „Ich bin hier aufgewachsen, wurde hier mit Zwischenahner Meerwasser getauft“, berichtet er. 1949 waren seine Eltern – Georg und Friedel Brinkmeyer – nach Bad Zwischenahn gezogen und hatten das „Fährhaus“, das damals eine Gaststätte war und zu der im ersten Geschoss ein Tanzsaal gehörte, gepachtet. Zwei Jahre später kauften sie das Anwesen; den Kaufvertrag habe, so Hansi Brinkmeyer, der damalige Bremer Anwalt und Notar Hans-Dietrich Genscher, der spätere Bundesaußenminister formuliert und beurkundet. Die ersten Hotelzimmer entstanden 1957 in einem eigens geschafften Anbau. Der Hotelbetrieb wuchs, Anfang der 1970er Jahre entstand ein Anbau mit Schwimmbad, was seinerzeit eine Attraktion gewesen sei.

1976 haben Hansi Brinkmeyer und seine Frau Susanne den Familienbetrieb übernommen. „Am 1. September diesen Jahres wären wir mit dem Seehotel Fährhaus 40 Jahre selbstständig, vier Wochen zuvor erfolgt jedoch der Wechsel“, sagt Brinkmeyer, der seine berufliche Ausbildung als Restaurantfachmann im Park-Hotel Bremen absolvierte, während seine Frau Hotelfachfrau im Parkhotel Kronsberg in Hannover lernte.

Keine familiäre Lösung

„Wir hatten lange gehofft, dass eine unserer beiden Töchter in unsere Fußstapfen tritt und das Seehotel weiterführt“, sagt Susanne Brinkmeyer (60). Eine ihrer Töchter habe sogar eine Ausbildung im Hotelfach absolviert, aber sie habe ebenso wie die Schwester abgewinkt. Deshalb habe das Paar eine andere Regelung für eine Nachfolge finden müssen. „Unser erster Versuch war von 2008 bis 2011 die Verpachtung unseres Restaurants hier im Hause, aber dieses Projekt scheiterte ja und wir beendeten 2011 das Pachtverhältnis“, so Hansi Brinkmeyer.

Nur Verkauf kam in Frage

„Verpachten kam nach dieser schlechten Erfahrung für uns nicht mehr in Frage, sondern nur ein Verkauf. Drei Jahre haben wir nach einem adäquaten Partner gesucht und sind mit Dr. Lohbecks Privathotels mit Sitz in Schwelm fündig geworden. Wir sind das 13. Hotel dieser Gruppe, zu der unter anderem individuelle Hotels am Wasser gehören“, sagt der Hotelier, der auch viele Prominente in seinem Hotel beherbergte und durch eigene Veranstaltungen wie „Talk am Meer“ mit prominenten Gästen oder eines Revanchespiels zwischen den Fußballnationalmannschaften Deutschlands und Argentiniens in Bad Zwischenahn für Furore sorge.

Auch wenn das „Seehotel Fährhaus“ verkauft ist, werden sich Susanne und Hans-Georg Brinkmeyer nicht aus der Gastronomie zurückziehen. „Meine Frau und ich werden unser Restaurant Ahrenshof mit unserem 15-köpfigen Team und Küchenchef Thorben Grübnau weiterhin betreiben. Der Umgang mit Gästen ist uns einfach wichtig“, so Hansi Brinkmeyer.

Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
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