Kleefeld Der Appell, den Dr. Hans Fittje Anfang Mai über die NWZ  verbreitet hat, ist offensichtlich erhört worden: „Der Artikel hat viel bewirkt.“ Mehrere Landwirte aus der Gemeinde setzten derzeit akustische Wildretter ein, berichtete der Leiter des Hegerings Edewecht am Mittwoch. Durch den Einsatz der kleinen Geräte, die dauerhaft einen lauten Ton nach vorne aussenden, würden Rehkitze und Hasen, aber auch Wiesenvögel oftmals noch rechtzeitig aufgeschreckt und könnten aus dem Gefahrenbereich des Mähers fliehen.

Fittje hatte Landwirte, Lohnunternehmer und Jäger über die NWZ  aufgerufen, gemeinsam gegen den Mähtod von Rehkitzen aktiv zu werden. Dass er damit auf offene Ohren stieß, zeigen die Zahlen: Acht Geräte habe der Hegering und alle würden nachgefragt, so Fittje. Das bestätigt Jagdpächter Heino Behrens, der vier dieser jeweils rund 40 Euro teuren Geräte angeschafft hat und sie an Landwirte verleiht: „Die sind alle unterwegs.“ Zwar weiß der Jäger, dass auch durch die technische Hilfe nicht alle Kitze gerettet werden können. „Aber wenn wir 60, 70 Prozent retten können, wäre das ein toller Erfolg.“

Landwirt Bernd Marken hat schon gute Erfahrungen gemacht, auch wenn er in diesem Jahr noch keine Kitze beobachten konnte. Zuletzt seien in letzter Sekunde zwei Fasan-Hennen aufgeflogen, kurz bevor der Mäher sie erreicht habe. Und auch Hasen seien schon einige vor dem lauten Ton geflohen.

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Notwendig seien allerdings im Vorfeld der Mahd weitere Aktionen, betont Kreisjägermeisterin Talke Ruthenberg. Insbesondere in den ersten zwei, drei Lebenswochen zeigten die Kitze kein Fluchtverhalten. Nötig sei daher unmittelbar zuvor das Absuchen der Flächen mit Jagdhunden sowie das vorübergehende Anbringen von flatternden Tüten oder Luftballons, die die Tiere davon abhalten, in die abgesuchte Fläche zurückzukehren. Deshalb sei es unerlässlich, ergänzt Fittje, dass Landwirte den zuständigen Jäger 24 Stunden zuvor über Mähtermine informieren.

Für eine Suchaktion hatte Fittje jetzt die Unterstützung vom Oldenburger Gesangsduo Judith und Mel: „Wir haben in der Zeitung vom grausamen Tod der Rehkitze gelesen und wollten helfen.“ Gemeinsam mit Fittje, Jagdpächter Klaus Knetemann und Thomas Bünting, Pressesprecher des Hegerings, wurde eine Wiese kurz vor der geplanten Mahd abgesucht. Auch für den Fall eines Fundes wurden sie von Fittje instruiert: „Vorsichtig aufheben und sofort zum Waldrand tragen. Nicht in den Arm nehmen.“ Zwar wurden mehrere Lagerstätten von Rehwild entdeckt, Kitze selbst mussten aber nicht umgesetzt werden. Abschließend wurden Luftballons am Rand der Wiese aufgehängt. „Wenn es selbstverständlich wird, dass sich Landwirte und Lohnunternehmer vor der Mahd bei den Jägern melden, dann haben wir schon viel erreicht“, so Judith.

Gerade den Kontakt zu Lohnunternehmern sieht auch Ruthenberg als nächsten Schritt. Und bevor – so ihre Hoffnung – Landmaschinenhersteller akustische Wildretter serienmäßig in ihre Maschinen einbauen, wollen die Jäger nachlegen: Ziel für den Bereich der Kreisjägerschaft Ammerland seien 100 Warngeräte.


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/ammerland 
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Markus Minten Leitung / Lokalredaktion
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