Metjendorf In Heiko Brüggemanns kleinem grünen Fleckchen in Metjendorf summt und brummt es. Kein Wunder: Der Mann ist ein echter Herbergsvater. Und zwar für Insekten. Über 60 selbst gebaute Insektenhotels hat er auf seinem Grundstück in Metjendorf platziert. „Mit wenigen Mitteln kann man viel für die Natur tun“, sagt der Familienvater.

Als der Papiertechnologe in einer Reha in Bayern war, da habe er Insektenhotels zum ersten Mal bewusst wahrgenommen, sagt er. Den Anschub, selbst zu Bohrmaschine und Holzklotz greifen habe ihm die NWZ-Aktion „Insektenjahr“ gegeben. „Ich hab einfach mal mit ein, zwei Stück angefangen“, so der 43-Jährige. Das Holz hat er sich bei seinem Elternhaus in Osnabrück besorgt. „Da stehen noch jede Menge Zaunpfähle herum.“ Die hat er kleingesägt und dann die Bohrmaschine rausgeholt. „Wichtig ist, dass man Hartholz benutzt.“ Weiches Fichten- oder Kiefernholz tauge wenig für ein Insektenhotel, weiß Heiko Brüggemann. Auch müssten scharfe Bohrer in die Maschine eingespannt werden. „Fasern die Löcher aus, können sich die Wildbienen oder Hummeln die Flügel in den Löchern brechen oder sie nehmen sie erst gar nicht an“, sagt der Experte. Sind die Löcher gebohrt, befreit er sie mit einem Staubsauger von den Bohrspänen. „Bei den ganz kleinen Löchern benutze ich einen Pfeifenreiniger.“ Damit ihm die Insektenhotels nicht beizeiten durch die Witterung faulen, bekommen sie ein Dach. Entweder er formt eines aus Bleiplatten, die er sich im Baumarkt besorgt hat, oder er steckt die runden Holzstücke einfach in ein Stück Fallrohr von der Dachrinne.

Drei bis zehn Millimeter sind die Einfluglöcher groß. Viele von ihnen sind bereits zu. Das heißt: Das Insekt hat Eier darin abgelegt, aus denen die Larven schlüpfen. Die Hotels hängen überall auf dem Grundstück. Am Carport, am Schuppen, wo er bohrt, oder am Zaun seines Grundstücks.

Die Nachbarn finden es toll, dass er sich in seiner Freizeit für den Naturschutz interessiere, sagt er. Auch die zehnjährige Tochter Lennja sei begeistert vom Bau der nützlichen Insektenhotels. Sie selbst ziehe ihre eigenen Tomaten in dem kleinen Garten der Familie, berichtet der Vater nicht ohne Stolz. Mit dem Bau sei noch lange nicht Schluss. „Material habe ich noch reichlich.“ Rund 30 Stück bekäme er noch unter. Da heißt es: weiter kräftig bohren. „Bei 1500 Löchern habe ich aufgehört zu zählen“, sagt Heiko Brüggemann.


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Jens Schopp Redakteur / Regionalredaktion
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