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Liethe Zum Laichen zieht es Fische den Fluss hinauf – das liegt in ihrer Natur. In der Moorbäke, die von Leuchtenburg bis zum Geestrandtief verläuft, gelingt ihnen dies zurzeit jedoch nicht. Allein in einem Abschnitt des Gewässers in Liethe beträgt die Höhendifferenz auf einer Strecke von 1100 Metern fünf Meter.

„Es gibt hier vier sehr steile Sohlabstürze, die ein Wanderhindernis für die Bachbewohner darstellen“, sagt Anja Riegel vom Ingenieurbüro Börjes in Westerstede. Diese Abstürze werden jetzt beseitigt und durch zwei lange Sohlgleiten ersetzt, damit Fische künftig wieder stromaufwärts gelangen können, um ihre Eier abzulegen.

„Ökokonto“ aufbessern

Wenn die Gemeinde neue Baugebiete ausweist und dafür Grünflächen aufgibt, muss dieser Eingriff in die Natur ausgeglichen, also kompensiert werden. Diese Möglichkeit besteht für die Gemeinde bei der Renaturierung der Moorbäke. Als die auch in Liethe verlaufende Bahnstrecke Oldenburg-Wilhelmshaven vor einigen Jahren ausgebaut wurde, hatte die Bahn bereits verschiedene Kompensationsmaßnahmen vorbereitet. Schon früh hatte die Gemeinde signalisiert, dass sie sich an Gewässerrenaturierungen beteiligen würde, weil diese bei einer Beteiligung der Bahn vergleichsweise günstig umgesetzt werden können.

In der Gemeinde Rastede gibt es bereits ein ähnliches Renaturierungsprojekt, das seit 2009 läuft. Es wird von der Gemeinde Wiefelstede finanziert, die damit ebenfalls ihr „Ökokonto“ aufbessert. Dabei geht es um die ökologische Umgestaltung der Hülsbäke in Barghorn, ebenfalls ein Vorhaben des Entwässerungsverbands Jade, das dieser seinerzeit auf Initiative des Landesfischereiverbandes Weser-Ems anschob.

Anja Riegel beschreibt das Projekt bei einem Ortstermin am Montagvormittag als eine „ökologische Optimierung“, die den Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie entspricht. Das Ingenieurbüro Börjes erstellte die Ausführungsplanung in Abstimmung mit den Eigentümern und Pächtern, Auftraggeber ist der Entwässerungsverband Jade. „Ziel ist es, wieder eine Durchgängigkeit des Gewässers für Tiere herzustellen“, sagt Verbandsvorsteher Fritz-Harald Strodthoff-Schneider. Ökologisch beraten wurden die Ingenieure vom Landesfischereiverband Weser-Ems.

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Rund 350 000 Euro kostet die Renaturierung der Moorbäke in Liethe – zwischen der Bahnlinie und dem Roggenmoorweg. Die Kosten übernehmen die Gemeinde Rastede und die Deutsche Bahn, die damit ihre Ökokonten aufbessern können (siehe Infokasten). Bis Ende Juli soll die Maßnahme abgeschlossen sein, „wenn das Wetter hält“, sagt Bauleiter Armin Sander von der Firma Mittelweser Tiefbau, welche die Arbeiten vor Ort ausführt.

Der Einbau der beiden Sohlgleiten ist nicht die einzige Veränderung in dem Gewässer. „Bislang verlief der Bach ziemlich gerade, nach Abschluss der Arbeiten wird er in Kurven verlaufen“, sagt Bernd Wessels, Polier bei der Firma Mittelweser Tiefbau. Das bislang recht breite, träge Gewässer wird so wieder lebendiger.

Während die Moorbäke im oberen Profil verbreitert wird, wird sie im unteren Profil schmaler. Oben wird das Bachbett von sechs auf zwölf Meter verbreitert. Eine Niedrigwasserrinne im unteren Profil wird von 1,20 Meter auf 60 Zentimeter verschmälert. Auch eine Grasnarbe wird hier eingebaut.

Zudem werden seitliche Zuflüsse in die Moorbäke neu ausgerichtet und um einen Schlammfang ergänzt. Bisher gelangte nämlich jede Menge Eisenocker in das Gewässer, künftig soll dies nicht mehr der Fall sein.

Damit Fische irgendwann tatsächlich zum Laichen den Fluss hinaufziehen können, muss allerdings noch eine Lücke geschlossen werden. Ein rund 1000 Meter langer Abschnitt bis zum Geestrandtief muss dafür ebenfalls noch umgebaut werden.

Frank Jacob Rastede/Wiefelstede / Redaktion Rastede
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