Friedrichsfehn Franziska Much und Saskia Kuhlmann sind 18 Jahre alt. Die Freundinnen besuchen das Gymnasium in Bad Zwischenahn; im nächsten Jahr wollen sie das Abitur machen. In ihrer freien Zeit jobben die beiden in einer Friedrichsfehner Eisdiele. Doch anstatt ihr Trinkgeld für neue Kleidung oder fürs Partymachen auszugeben, spenden sie es. Franziska und Saskia unterstützen das Projekt „Friedrichsfehn hilft“.

„Es tut gut, etwas Gutes zu tun“, sagt Saskia. Franziska ergänzt: „Wir bekommen ja auch noch Taschengeld. Da können wir ruhig etwas abgeben.“ „Außerdem“, schiebt sie hinterher, „müssen wir nicht ständig ausgehen. Einen schönen Abend kann man sich auch zu Hause machen.“

Das, was die jungen Frauen abgeben, kommt der Kin­dertagesstätte „Vier Jahreszeiten“ in Halle an der Saale (Sachsen-Anhalt) zugute. Die war von dem Jahrhundert-Hochwasser im Frühsommer besonders stark betroffen. „Da stand das Wasser ganz hoch in den Räumen. Viel Spielzeug ist kaputtgegangen“, erzählt Franziska. Die Bilder von den immensen Schäden seien erschreckend gewesen.

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Die Aktion „Friedrichsfehn hilft“ wurde von Jochen Gerdes initiiert (die NWZ berichtete). „Die Menschen spenden lieber für etwas Konkretes“, sagt der Friedrichsfehner. Sein Sohn studiert in Halle, und so kam die Idee, den dortigen Hort, in dem etwa 80 Mädchen und Jungen im Alter zwischen einem und sieben Jahren betreut werden, zu unterstützen.

Im Stillen hatte Gerdes gehofft, etwa 5000 Euro sammeln zu können. Sein Rechenplan: Jeder der mehr als 1800 Friedrichsfehner Haushalte spendet 2,50 Euro. Doch die Menschen waren sehr viel großzügiger: „Inzwischen sind es rund 7000 Euro“, berichtet Gerdes.

Für einen erklecklichen Betrag sorgten Franziska und Saskia. Nicht nur, dass sie ihr Trinkgeld spendeten, sie überredeten auch weitere Jugendliche, es ihnen gleichzutun. Außerdem stellten die Schülerinnen in der Eisdiele, in der sie arbeiten, eine Spendendose auf, die sich passabel füllte. Und: „Ich spiele bei der SG Friedrichsfehn/Petersfehn Handball. Die Handballer haben aus eigener, privater Tasche 850 Euro gegeben“, erzählt Franziska und lächelt ein bisschen stolz.

Jochen Gerdes ist guter Hoffnung, dass sich der Betrag vergrößert. „Bis zum 1. September wollen wir weitermachen. Dann ist bei uns Dorffest.“ Auf diesem soll es noch einige Aktionen geben, deren Erlös an die Kita fließt. „Wir machen eine Art Glücksrad“, verrät er. Außerdem wird ein Bücherflohmarkt veranstaltet, den Elke Braje organisiert.

„Wir sind öfter gefragt worden, ob wir nicht auch Sachspenden annehmen können“, sagt Gerdes. Dies sei aber nicht möglich. „Wir wissen nicht genau, was gebraucht wird. Außerdem können wir die Sachen nicht lagern.“ Für den Bücherflohmarkt allerdings würden Romane und Co. gern angenommen (Infos bei Elke Braje, Telefon  0176/63111877).

Im August will Jochen Gerdes nach Halle reisen, seinen Sohn und die „Vier Jahreszeiten“ besuchen. Danach kann er Saskia und Franziska berichten, was aus ihren Trinkgeldern geworden ist.

Kerstin Buttkus Redakteurin / Redaktion Westerstede
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