RASTEDE 10 000 Reichsmark hatte Claus Behrens auf dem Schwarzmarkt eingehandelt (die NWZ berichtete am Sonnabend im ersten Teil dieser Erinnerungen). „Dann wurden mein Vater und ich von der Gemeinde für Sonntag, den 20. Juni 1948 zu einem Hilfsdienst im ehemaligen Rasteder Hof bei Brüggemann eingeteilt. Es konnte sich nur um die streng geheim gehaltene Währungsreform handeln! Niemand wusste, was mit dem alten Geld geschehen würde. Aber man munkelte, dass es wertlos sein würde“, erinnert er sich. Also wechselte Claus Behrens seine 10000 Reichsmark in die damalige Ersatzwährung, indem er 1000 „Ami-Zigaretten“ zu je 10 Mark kaufte. Und er weiß noch ganz genau: „Am Tag nach der Währungsreform kostete eine Zigarette 50 Pfennig.

Zigarette kostet 10 Mark

Am Ende der Woche, als die Leute den Wert des neuen Geldes erkannt hatten, noch 20 Pfennig. Schließlich hatte ich 280 DM statt meiner wertlosen Reichsmark.“ Die meisten hatten nur das so genannte Kopfgeld von 40 DM.

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Schon in der darauf folgenden Woche erhielt der Vater die Benachrichtigung eines ehemaligen Porzellan-Lieferanten aus Bremen: „Wir können liefern! Nur gegen Barzahlung“. Als der Sohn davon hörte, bot er dem von dem Geldsegen völlig überraschten Vater seine Hilfe an.

Nur gegen Barzahlung

Mit einem alten „Tempo“-Dreirad-Lieferwagen fuhren, besser tuckerten, Vater und Sohn über die alte B 75 nach Bremen. Das in Stroh und eine Plane eingebettete Geschirr, nach einem langen Tag unversehrt in Rastede angekommen, war schneller verkauft als geholt. „Die Hälfte des Einkaufs, bis maximal 40 DM, durften die Kunden anschreiben. Den restlichen Barzahlungsbetrag brauchten wir, um Nachschub holen zu können“, erklärt der damalige Einzelhändler.

Türen eingerannt

„Die Leute liefen uns die Tür ein. Endlich gab es wieder Ware und konnte wieder gehandelt werden“, sagt er: „Allein das war für uns schon eines kleines „Wirtschaftswunder“.

In Folge eines Unfalls musste Claus Behrens knapp zwanzig Jahre später seinen Beruf und damit auch das elterliche Geschäft aufgeben. Das Geschäftshaus an der Friedrichstraße wurde verkauft und wird seit dem als Wohnhaus genutzt.

NWZ-Spezial unter www.NWZonline.de/jahrestage2009

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