Jeddeloh I Hühner legen Eier und liefern Fleisch. Damit ist ihre Hauptaufgabe erfüllt. Oder nicht? Dass Geflügel, also neben Hühnern auch Enten, Gänse oder Tauben, auch sehr sensible und gelehrige Tiere sind, die den Menschen durchaus ans Herz wachsen können, zeigten jetzt die Aussteller des Geflügelzuchtvereins Edewecht im Rahmen ihrer Vereinsschau. Im „Alten Bullenhaus“ bei Anke und Brun zu Jeddeloh konnten die Besucher am Wochenende Rasse- und Ziergeflügel bestaunen.

„Viele Tiere, die man hier sehen kann, sind tatsächlich schon vom Aussterben bedroht. Oder sie waren es, bevor die gezielte Zucht begonnen hat“, erklärt Vereinsvorsitzender Arno Meyer. Und spricht damit ein heikles Thema an, das die Züchter seit dem vergangenen Jahr bewegt: „Durch die Einstallungspflicht im Rahmen der Vogelgrippe haben viele von uns die Tierzahlen drastisch reduzieren müssen“, berichtet der Züchter. Die Ställe seien einfach zu klein gewesen für Geflügel, das typischerweise sein Leben im Freien und grade nicht im Stall verbrächte. „Besonders die ganz alten Arten sind eigentlich nur zum Fressen im Stall.“ Durch das Einsperren über fast ein halbes Jahr seien viele Tiere vor Stress verendet oder hätten sich einfach nicht fortgepflanzt. „Die Tiere haben sehr gelitten“, bedauert der Vorsitzende. Einige sogar so sehr, dass die Züchter beschlossen hätten, ihre Zucht komplett einzustellen. „Wir haben jetzt bestimmte Rassen einfach nicht mehr im Verein.“ Und so ziehe die Katastrophe weitere Kreise. Da nicht nur in Edewecht die Züchter vor diesen Herausforderungen stünden, sondern das Problem auch in anderen Orten bestehe, verschwänden ganze Zuchtrassen unwiederbringlich. „Das ist unglaublich schade“, bedauert Arno Meyer.

Natürlich wisse man um die Gefahren der Geflügelpest und sträube sich auch nicht gegen Schutzmaßnahmen. „Wir wollen unsere Tiere doch auch erhalten“, so der Züchter. Man wünsche sich aber ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl und Ruhe im Umgang mit der Krankheit. „Wenn man wie in anderen Ländern die Gebiete sperrt und die Tiere intensiv beobachtet, kann man auch sehen, ob sich die Erkrankung ausbreitet oder nicht.“ Und die Tiere müssten nicht monatelang eingesperrt werden.

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Ein weiteres Hindernis, das Meyer zum Erhalt der Rassenvielfalt sieht, ist die Frage der Wirtschaftlichkeit der Geflügelzucht. „Damals hat man mehrere Faktoren berücksichtigt. Welches Futter benötigt man, wie robust sind die Tiere, welches Klima vertragen sie und welche Menge an Eiern oder Fleisch brauche ich?“ Heute würden bei den sogenannten Legehybriden nur noch Fleisch und Legeleistung betrachtet. „Das ist nicht artgerecht und führt zum Aussterben weniger fleischiger oder weniger legefähiger Tiere“, erklärt Meyer. Auch im Verein züchte man Rassen, die Fleisch- und Legeleistung verbinden, „aber wie in Großmutters Zeiten. Einfach artgerecht mit Bewegung und frischer Luft.“

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