RASTEDE Geschehnisse, die die jungen Leute nur aus den Geschichtsbüchern kennen, erfuhren sie am Mittwochmorgen in der Neuen Aula aus erster Hand, nämlich von einem Zeitzeugen: von Franz Rosenbach, der den Holocaust im so genannten Dritten Reich überlebt hat. Die furchtbaren Erlebnisse schilderte er vor Schülerinnen und Schülern der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Rastede, deren Arbeitsgemeinschaft „Für den Frieden“ eingeladen hatte. Und die jungen Zuhörer verfolgten still und mit betroffenen Mienen den Vortrag.

Kaum hatte der damals in Österreich lebende Franz Rosenbach eine Lehre bei der Bahn begonnen, wurde er festgenommen – der einzige Grund dafür war, dass er ein Sinto ist. 1943 war es, gerade 16 Jahre jung war er damals. Im Polizeigefängnis von Wien musste er von einer Guillotine abgeschlagene Köpfe entfernen, dann folgte der Transport nach Auschwitz – und von dort ins Vernichtungslager Birkenau, dort eingepfercht mit Hunderten von Mithäftlingen, ohne WC. „Drinnen hörte man nur leise Stimmen – Gebete“, erinnert sich Rosenbach. Grausame Schikanen musste er erdulden, täglich gab es Tote, die nachts mit Lastwagen ins Krematorium gefahren wurden. Das Lager Buchenwald war die nächste Station, wo er im Steinbruch Schwerstarbeit verrichtete. Danach in den Harz weiter transportiert, musste er im Stollen für den Raketenbau arbeiten – auch hier angetrieben von Wärtern, die ohne Rücksicht auf Verluste agierten. Nur die Hoffnung, irgendwann der Hölle entrinnen zu können, hielt ihn am Leben,

berichtete Rosenbach, der 21 Angehörige verloren hat. „Überlebt habe ich wohl nur, um heute jungen Menschen davon erzählen zu können,“ sagt er und gibt den Schülern den dringenden Appell auf den Weg: „Passt auf Eure Zukunft auf – in Euren Händen liegt Deutschland.“ Tomke Oltmanns und Regina Kalysch moderierten die Veranstaltung, an der auch Erich Schneeberger, Vorsitzender des Bayerischen Landesverbandes der Sinti und Roma, teilnahm.

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