Holle /Westerstede Wer am Sonnabendvormittag einen gemütlichen Spaziergang im Garnholter Busch im Holler Moor machte, hörte sie schon von Weitem: Motorsägen mit ihrem typischen Geräusch. Gefolgt von knackenden Ästen und dem lauten Plumps, mit dem ein Baum auf dem Waldboden aufschlägt. Doch wer jetzt Forstarbeiter bei der Arbeit erwartete, wurde überrascht: unter Anleitung von Thomas Hesse und Martin Themann von der Deula Westerstede waren zwölf Frauen des Kreislandfrauenverbandes Ammerland/Friesland Süd im Wald aktiv, um ihre Motorsägenscheine zu erwerben.

Ganz offiziell heißt die zweitägige Schulung „Motorsägenkurs für Brennholz-Selbsterwerber“ und wird regelmäßig von der Deula angeboten. „Allerdings“, so Thomas Hesse, „typischerweise in reinen Männerkursen oder gemischten Gruppen.“ Eine reine Frauengruppe sei neu, sagt Hesse.

Regelmäßige Lehrgänge

Der Lehrgang zum Motorsägenführerschein wird von der Westersteder Deula regelmäßig angeboten. Am ersten Tag wird das theoretische Wissen vermittelt. Am zweiten Tag folgt die Praxis mit verschiedenen Fälltechniken.

Der Motorsägenführerschein erlaubt die Handhabung der kleinen Motorsäge für private Zwecke.

„Wir wollten unbedingt mal lernen, eigenverantwortlich und selbstständig auch mit diesem Werkzeug umgehen zu können“, begründet Organisatorin Ingrid Janßen von den Landfrauen das Novum. „Wir haben seit einem Jahr unsere Friedel-Gruppe. Friedel steht für Frauen in der Landwirtschaft. Es kam der Wunsch auf, doch einmal einen Motorsägen-Lehrgang zu machen“, erklärt sie.

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Gesagt – getan. Schon stehen zwölf Frauen mit Schutzanzügen im Wald und sägen wie die Profis. „Sollen wir diesen Baum fällen?“ oder „Wir könnten doch diesen Stamm schon zerlegen?“ – der Arbeitseifer scheint unerschöpflich zu sein.

„Endlich kann ich auch mal mit der Motorsäge umgehen und meine zwei großen Obstgärten selber lichten“, freut sich Freya und ist sichtlich stolz auf ihr neues Können. Auch Iris weiß den Kursus zu schätzen: „Ich kann jetzt zu Hause endlich mal selber schnell kleinere Arbeiten erledigen – unabhängig davon, ob jemand Zeit hat.“ Petra hingegen ist etwas zurückhaltender: „Ich wollte zuallererst meine Angst vor der Motorsäge überwinden“, erzählt sie. „Die Überwindung war schon groß. Ich werde auch wohl nur leichte Arbeiten machen. Aber ich weiß jetzt, dass ich das kann. Das freut mich“. Heidrun ergänzt: „Mit der Motorsäge zu arbeiten und sie vielleicht mal einzusetzen, ohne mich selber oder andere in Gefahr zu bringen. Daraus besteht ein großer Teil meiner Motivation.“

Und egal ob im heimischen Garten oder im Wald: Mit der kleinen, leichten Motorsäge können jetzt alle diese zwölf Frauen umgehen.

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