Hengstforde Warm ist es an diesem Mittwochmorgen im Backhaus neben der Hengstforder Mühle. „Kein Wunder, unser Steinofen arbeitet auf Hochtouren“, lacht Helga Bredehorn und befüllt den großen Bottich der Rührmaschine mit Zutaten für Stuten. Anneliese Schauer, Christa Hasseler, Anne Dieken und Antje Ehlers kneten derweil Hefeteigrohlinge, einige davon voller Rosinen, und packen sie wenig später in eine hölzerne Kiste, denn der Teig muss erneut gehen.

Wie lange sie den Stutenteig kneten müssen, wie lange der Teig beim ersten und beim zweiten Mal gehen muss, wie lange Stuten und später auch Butterkuchen im Steinofen gebacken werden, dafür gibt es keine festen Zeiten. „Das ist jedes Mal unterschiedlich und hängt entscheidend von der Hitze hier im Backhaus und im Steinofen ab“, sagt Helga Bredehorn. „Wir arbeiten viel nach Gefühl“, sagt es und testet mit den Fingern, welche Festigkeit die mit Tüchern abgedeckten Stutenteigrohlinge haben. „Sie brauchen noch ein paar Minuten.“

Dann geht es auf einmal ruckzuck, drei Bleche mit jeweils 15 Stutenrohlingen werden in den Steinofen geschoben. „Viermal backen wir Stuten, jeweils 45 Stück, und obendrein noch vier Bleche mit Butterkuchen.“

Seit 6.30 Uhr sind die Frauen an diesem Mittwoch bei der Arbeit, doch die Vorbereitungen für das Backen begannen schon wesentlich früher. Montagabend hatte Hans-Jürgen Schröder, Vorsitzender des Mühlenfördervereins, den Steinofen bereits angeheizt und den ganzen Dienstag darauf geachtet, dass das Feuer nicht erlosch. Der erste Arbeitsschritt für die Backfrauen am Mittwochmorgen war der, die Asche aus dem Ofen zu entfernen.

Eingespielt ist das Team, zu dem auch Brigitte Renken und Etta Willjes gehören, die am späten Vormittag ab 10.30 Uhr die frischen Backwaren in der Mühle verkaufen. Der Erlös ist stets für den Mühlenförderverein der Gemeinde Apen bestimmt, der die Hengstforder Mühle und das Backhaus unterhält.

Hengstforder Backfrau der ersten Stunde ist übrigens Gunda Schröder, die Frau des Mühlenvereinsvorsitzenden Hans-Jürgen Schröder. Sie hatte 2006, als das Backhaus neben der Mühle gebaut wurde, die Backgruppe initiiert. Angeleitet wurde man damals von Bäcker Tönjes Holtkamp.

Von Frühjahr bis Herbst wird seitdem das Backhaus genutzt. Jeweils von März bis Oktober am zweiten Mittwoch im Monat entstehen hier mit viel Gefühl Stuten und Butterkuchen. „Etwas anderes würden wir zeitlich kaum schaffen, denn wir können den vorgeheizten Steinofen mit den notwendigen Backtemperaturen nur eine gewisse Zeit nutzen“, erläutert Helga Bredehorn. Und nach welchen Rezepten wird gebacken? Die Frauen lachen. „Das ist unser Geheimnis.“


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Doris Grove-Mittwede
Redakteurin
Redaktion Westerstede

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