Ammerland „Die Grippewelle ist noch am Ansteigen, der Höhepunkt steht wohl kurz bevor“, vermutet Dr. Elmar Vogelsang, Leiter des Kreisgesundheitsamtes Ammerland. Hinweise gebe ein Erfassungssystem.

„Rückmeldungen über Atemwegsinfekte gibt es aus 18 Kindergärten im Landkreis, das sind knapp 2000 Kinder. So können wir die Ausbreitung ansteckender Krankheiten verfolgen“, erläutert Vogelsang. So steht im Gesundheitsamt fest: Die Erkältungswelle hatte vor zwei Wochen Rastede erreicht und ist jetzt in Westerstede angekommen. Hier sind aktuell fast 21 Prozent der Kinder krank, in einem Kindergarten sogar 36 Prozent. Auch Wiefelstede ist mit rund 19 Prozent besonders stark betroffen.

„Es muss sich aber nicht unbedingt um Grippe handeln“, betont Vogelsang. Denn nur über eine Laboruntersuchung könne man die Viren zweifelsfrei nachweisen – und das werde selten veranlasst. „In den meisten Fällen ist die Krankheit schon wieder vorbei, wenn die Ergebnisse vorliegen.“ Trotzdem könne man sich an dem Anstieg der Erkältungskrankheiten orientieren: „Es sind mehr Kinder krank als im vorigen Jahr und weniger als 2013, als wir eine sehr starke Grippewelle hatten.“ In Zusammenarbeit mit zwei Praxen im Ammerland würden zudem regelmäßig Abstriche der dort untersuchten Patienten eingeschickt, was weitere Hinweise gebe.

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Auch Dr. Tilo Brunnée, Hausarzt in Bad Zwischenahn, sieht den Höhepunkt unmittelbar bevorstehen: „Über uns bricht die Welle herein“. Allein am Montagvormittag habe er 30 Patienten mit grippalen Infekten oder, etwa 20 Prozent davon, einer eine echten Virusgrippe behandelt.

„Bisher sind wir gut weggekommen, jetzt hat es uns aber voll erwischt.“ Es sei gerade in den vergangenen Tagen eine deutliche Steigerung der Fallzahlen zu verzeichnen, meinte er angesichts eines „wirklich krassen Tages“.

Auswirkungen auf die Betriebe hat die Grippewelle bisher allerdings scheinbar kaum. Stichprobenartig fragte die NWZ  auch einige Firmen nach den Krankenständen. Bei dem Aper Unternehmen AMF-Bruns – nach eigenen Angaben Europas größter Umbauer für behindertengerechte Fahrzeuge – hieß es, dass sich zwar Mitarbeiter krankgemeldet hätten, aber nicht mit Grippe.

Auch bei Brötje Heizung in Rastede ist die Grippewelle noch nicht angekommen. Der Krankenstand liege auf dem für diese Jahreszeit normalen Niveau, hieß es. Und auch bei der Bäckerei Müller & Egerer sei die Grippe derzeit kein Thema.

Personalengpässe gibt es auch in der Ammerländer Kreisverwaltung nicht. Der Krankenstand sei nicht auffallend hoch, hieß es. Ähnlich die Situation im Bad Zwischenahner „Reha-Zentrum am Meer“: ein der Jahreszeit entsprechender Krankenstand. Die Molkerei Ammerland in Dringenburg meldete nur einen allgemein „leicht erhöhten Krankenstand“, der keine Probleme bereite.

Etwas alarmierter sind hingegen bereits die Personalplaner der Rügenwalder Mühle angesichts eines „deutlich erhöhten Krankenstandes“ aufgrund grippaler Erkrankungen: „Die Kollegen schauen die nächsten Tag ganz genau hin“, so Personalchef Michael Sanft, damit notfalls sofort reagiert werden könne.

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