WESTERSTEDE Mit einem ausgesprochen guten Gefühl dürften elf Frauen und ein Mann aus dem Ammerland und aus Ostfriesland ins neue Jahr gegangen sein – mit dem Gefühl, eine Menge geschafft zu haben und für neue Aufgaben gewappnet zu sein. Neun Monate lang haben sich die 23 bis 54 Jahre alten Absolventen auf einen neuen Lebensabschnitt vorbereitet: Sie alle waren lange Zeit ohne Arbeit und möchten nun im Gesundheits- oder Sozialwesen tätig werden.

504 Stunden schulische Ausbildung (davon 360 Stunden Basisqualifikation) und weitere 210 Praktikumsstunden in Altenheimen, Krankenhäusern, einem psychiatrischen Wohnheim oder der häuslichen Pflege liegen hinter den neuen „Fachkräften für Gesundheits- und Sozialdienstleistungen“. Absolviert haben sie ihre Ausbildung bei der Evangelischen Erwachsenenbildung Niedersachsen.

Nun durften die Teilnehmer in der alten Pastorei von Projektleiter Jan Peters, Elisabeth Spradau, Geschäftsführerin des Ev. Bildungswerks Ammerland, und von Manfred Baum, Leiter Weiterbildung bei der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer, ihre Zertifikate entgegennehmen – alle übrigens mit sehr guten Noten, wie Elisabeth Spradau berichtet. „Die Schwierigkeit war, dass sich die Teilnehmer aus einer längeren Nicht-Beschäftigung heraus wieder ans Lernen begeben mussten.“

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Auf die Frage, wodurch sich die Absolventen auszeichnen, antwortet Hauswirtschafts-Dozentin Anja Schoof: „Alle haben super mitgemacht! Es war unglaublich viel Stoff in kurzer Zeit zu bewältigen. Die Teilnehmer konnten viele ihrer eigenen Erfahrungen einbringen.“ Mehre Teilnehmerinnen sind Mütter – einer der Gründe, weshalb es sich bisher mit der Ausbildungsplatzsuche schwierig gestaltete. „Ich habe mich erst um die Kinder gekümmert und jetzt erst ist Zeit für mich da“, erzählt Tanja Dehnz (35), Mutter dreier 29-, 15- und 11-jähriger Kinder.

Absolventin Kathrin Ihler hatte sich bereits zwei Jahre lang für eine Ausbildung im sozialen Bereich beworben – erfolglos, denn immer sei es an der Arbeitszeit oder der fehlenden Kinderbetreuung gescheitert, wie sie sagt. Nun war das anders: Die Ausbildung bei der Ev. Erwachsenenbildung wurde zum Teil aus EU-Mitteln, zum Teil vom Landkreis finanziert. „Wir haben sogar die Kinderbetreuung erstattet bekommen“, freut sich die 29-Jährige.

Alle Absolventen betonen einstimmig, wie sehr die Ausbildung ihr Selbstvertrauen gestärkt habe. „Ich habe plötzlich mein eigenes Potenzial entdeckt und gemerkt, wie gut ich noch lernen kann“, so Marike Dirks. Die 26-Jährige denkt nun darüber nach, auch noch das Fachabitur abzulegen. Andrea Eertmoed, ebenfalls 26, möchte nun zunächst als OP-Assistentin arbeiten und später ein Studium aufsatteln.

Nun ist der Spagat zwischen Familie, Ausbildung und beruflicher Tätigkeit, die sich für einige Teilnehmer bereits während des Kurses ergeben hat, geschafft. Eine Stelle haben bislang noch nicht alle gefunden, sie sind jedoch optimistisch, dass ihre Bewerbungen Erfolg haben werden.

Einen neuen Ausbildungsgang zur „Fachkraft für Gesundheits- und Sozialdienstleitungen“ (mit bereits vorhandener Basisqualifikation als Pflegeassistent) startet im Januar. Weitere Informationen unter 04488/7 71 51.

Karoline Schulz Redakteurin / Redaktion Ganderkesee
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