Wohnraum
Was wird hier gebaut?

Eine von Altlasten sanierte Fläche will die Gemeinde verkaufen, dort könnte verdichteter Wohnraum entstehen. Mehrfamilienhäuser wollen Anwohner dort auf keinen Fall.

Bild: Doris Grove-Mittwede
Soll bebaut werden: das Eckgrundstück am Baumschulenweg/Ecke Helmerich von Aschwege-Straße. Doch was soll hier entstehen? Darüber gibt es verschiedene Vorstellungen..Bild: Doris Grove-Mittwede
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Edewecht Wie soll eine rund 2519 Quadratmeter große Fläche am Edewechter Baumschulenweg/Ecke Helmerich von Aschwege-Straße, die der Gemeinde gehört und die diese verkaufen will, bebaut werden? Sollen hier – wie es der derzeitige Bebauungsplan ausweist – Ein- und Zweifamilienhäuser wie in der unmittelbaren Nachbarschaft entstehen oder soll auf diesem Areal „verdichtet“ werden? Dann könnten hier auch Mehrfamilienhäuser oder eine Reihenhausanlage gebaut werden. Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Edewechter Bauausschuss.

Im Februar 2018 hatte sich der Bauausschuss grundsätzlich dafür ausgesprochen, dass die Gemeinde nicht nur in Neubaugebieten auch Grundstücke für eine verdichtete Bebauung (Mehrfamilienhäuser) ausweisen solle, um Flächen zu sparen. Untersucht werden solle im gesamten Gemeindegebiet auch, wo es in vorhandenen Siedlungen Möglichkeiten gebe, mehrere Wohnungen (ein bis zwei sind die Regel) auf einem Grundstück zu schaffen. Das hatte der Verwaltungsausschuss ebenfalls befürwortet.

Nach Angaben von Rolf Torkel, Allgemeiner Vertreter der Bürgermeisterin, soll der Baumschulenweg als erstes unter dem Aspekt „Verdichtung von Wohnraum“ betrachtet werden. Das gelte nicht nur für die gemeindeeigene Fläche im Eckbereich Baumschulenweg/Ecke Helmerich von Aschwege-Straße, für die man sich eine verdichtete Bebauung vorstellen könne. Obendrein hatte ein Anwohner des Baumschulenweges beantragt, statt zwei Wohneinheiten künftig vier Wohneinheiten auf seinem Grundstück zu schaffen.

Fläche wurde saniert

Reiner Knorr vom Fachbereich Gemeindeentwicklung hatte bei den Ausführungen noch ergänzt, dass die gemeindeeigene Fläche am Baumschulenweg/Ecke Helmerich von Aschwege-Straße 2017 saniert worden war. Dort hatten sich Altlasten befunden. 476 000 Euro hatte die Sanierung gekostet, 232 000 Euro gab es dafür als Zuschüsse vom Land, den Rest trug die Gemeinde.

Über eine Verdichtung von Wohnraum auf Grundstücken am Baumschulenweg solle man nachdenken, aber auch die Anwohner in die Überlegungen miteinbeziehen, sagte UWG-Ratsherr Thomas Apitzsch. Eine Verdichtung hieße nicht automatisch Mehrfamilienhäuser, das könnten durchaus auch mehrere Reihenhäuser sein, so SPD-Ratsherr Knut Bekaan. CDU-Ratsfrau Heidi Exner verwies darauf, dass es durchaus sinnvoll sei, Fachleute mit der Untersuchung von Verdichtungsmöglichkeiten in der Gemeinde zu beauftragen. Überarbeitet werden müssten schließlich alle alten Bebauungspläne, ergänzte Grüne-Ratsherr Hergen Erhardt. CDU-Ratsherr Christian Eiskamp sagte, dass sich die Politik selbst Gedanken machen solle, was man auf dem gemeindeeigenen Grundstück wolle. Dazu brauche man keinen Planer, das sei Verschwendung von Steuergeldern. Rolf Torkel verwies darauf, dass es nicht um das eine Grundstück, sondern um mehrere ginge.

Einstimmig sprach sich der Ausschuss dafür aus, dass ein Planungsbüro die gemeindeeigene Fläche und weitere Grundstücke am Baumschulenweg daraufhin prüfen solle, ob dort eine verdichtete Bebauung möglich sei.

Gegen eine Verdichtung auf dem Eckgrundstück Baumschulweg/Helmerich von Aschwege-Straße sprachen sich jedoch einige Anwohner aus, die an der Sitzung als Zuhörer teilnahmen: Sie wollen dort auf keinen Fall Mehrfamilienhäuser. Zu Beginn des Baumschulenweges gäbe es zwar welche, dann wechsele die Bebauung zu Ein- und Zweifamilienhäusern. Die gehörten auch auf das gemeindeeigene Grundstück. Eine Verdichtung habe mehr Lärm zur Folge, außerdem sei das städtebaulich nicht akzeptabel, wenn inmitten von Ein- und Zweifamilienhäusern Blöcke stünden.

Areal einst Müllhalde

Ältere Anwohner sagten, dass Edewechts früherer Bürgermeister Heinz zu Jührden versprochen habe, dass die Anwohner durch eine mögliche Bebauung des Areals keine Nachteile haben würden. Gelte diese Aussage nicht mehr, fragten sie Nach ihrem Kenntnisstand bestünden die Altlasten auf dem Areal nicht wie von Rolf Torkel ausgeführt überwiegend aus pflanzlichen Resten, sondern das Gelände sei früher eine wilde Mülldeponie gewesen. Plastik, Hausmüllreste und eine Autokarosserie seien bei der Sanierung entsorgt worden.

Wie Rolf Torkel ausführte, sei die Fläche noch nicht verkauft. Sobald erste Überlegungen durch das Planungsbüro für die bauliche Entwicklung von freien Flächen am Baumschulenweg vorlägen solle eine Anliegerversammlung stattfinden.

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