Edewecht Das kalte und nasse Wetter sowie eine verstärkte Intensivnutzung der Felder in der Landwirtschaft haben in diesem Jahr dafür gesorgt, dass die Bienenpopulation rückläufig ist und damit auch die Produktion von Honig weniger wurde. Diese und andere Probleme waren Inhalte auf der Herbstversammlung des Imker-Vereins Edewecht, die jetzt im Haus der Begegnung in Edewecht stattfand und zu der der Vorsitzende Gerd Muck gut 20 Mitglieder begrüßen konnte.

Die Gefährdung durch ausgebrachte Insektizide, aber auch der Befall der Bienenstöcke mit Milben gehört zu den Gründen, die von den Imkern benannt werden, wenn es um die Reduzierung ihrer Bienenvölker geht. Diese Problematiken sind nicht nur den Imkern bewusst, sondern auch Dr. Hans Fittje, der als stellvertretender Bürgermeister die Grußworte der Gemeinde überbrachte. Als Hegeringleiter der Jägerschaft Edewecht ist er mit der Situation aussterbender Insektenpopulationen vertraut.

„Ohne die Landwirte kritisieren zu wollen, die mit ihrer Intensivnutzung und den Anbau von Mais überleben wollen, führt dieser Prozess dazu, dass immer mehr Ackerränder verschwinden, die aber für Insekten notwendig sind.“ Deshalb hat jetzt die Jägerschaft neben der „Aktion Blühsaat“, bei der Flächen mit entsprechenden Saatgut, das Insekten und Kleintiere anlockt, in der Gemeinde Edewecht jetzt auch die „Aktion Bienenweide“ auf den Weg gebracht. „Mehr als 50 Gartenbesitzer haben sich bereiterklärt, das hierfür entsprechende Saatgut auf ihrem Privatgrundstück zu verwenden“, zeigte sich Fittje mit der Resonanz sehr zufrieden.

Dass sich eine Bienenzucht lohnt, aber auch ein zeitintensives Hobby darstellt, machte Tilmann Freese aus Portsloge deutlich. Aufgrund einer Reportage über Bienen und der Schwarmintelligenz trat er dem Imker-Verein Edewecht vor gut vier Jahren bei. Seit drei Jahren hält er Bienenvölker. Zurzeit sind es drei, wobei dann natürlich nicht die Menge an Honig gewonnen werden kann, um ihn zu veräußern. „Für den Eigenbedarf reicht es, und auch die Nachbarn können noch ein Glas erhalten“, beschrieb der 34-Jährige.

Seitdem er die Bienen hält, tragen seine Obstbäume mehr Früchte. Alles, was blüht, kommt viel intensiver zur Geltung, was gerade im Frühjahr deutlich wird. Trotzdem hat auch er mit den Auswirkungen des Wetters und der Milben auf die Bienenvölker zu kämpfen. So muss er entsprechende Mittel einsetzen, um die Varroa-Laus an der Ausbreitung zu hindern, was allerdings nicht dazu führte, dass die Bienen den Winter überlebten. „Im letzten Winter ist gut die Hälfte des Bestandes gestorben.“

Die Herbstversammlung wurde auch dazu genutzt, langjährige Mitglieder auszuzeichnen. Nils Wiechert, Günter Wähler, Reiner Brunßen und Renate Fuß erhielten die Bronzene Ehrennadel. Über die Silberne Ehrennadel durfte sich Gerd Hollwege freuen.

Die Ehrennadel in Gold erhielt an diesem Abend Ursula Muck. Sie ist nicht nur seit vielen Jahren im Imkerverein tätig, sondern auch bereits 16 Jahre lang Gesundheitsobfrau für den Landkreis Ammerland.

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