Edewecht Freibäder sind Zuschussgeschäfte, das weiß jede Kommune. Auch für Edewecht gilt dies, obgleich die Summe der Zuschüsse in den vergangenen drei Jahren deutlich, und zwar um 160 000 Euro, zurückgegangen ist. Um das Hallen- und Freibad, dessen Auslastung und mögliche Einsparpotenziale, ging es nun im Sport- und Kulturausschuss. Jens Schöbel vom Fachbereich Bildung, Ordnung und Soziales bei der Gemeinde stellte den Themenkomplex vor.

Trotz der 2018 erhöhten Eintrittspreise ist das Bad an der Straße „Zum Stadion“ beliebt. Die Gemeinde geht davon aus, 2019 eine Gesamtbesucherzahl von 135 000 Gästen erzielen zu können. Das Ergebnis ist vergleichbar mit 2018. Obwohl die vergangenen Sommer heiß und die Besucherzahl hoch war, schrieb das Frei- und Hallenbad ein Defizit von 684 000 Euro€. Im Gegensatz zu den Jahren 2016 (Defizit: 844 000€) und 2017 (Defizit: 710 000€) konnte es aber verringert werden, weil keine Sanierungen anstanden. Von den Kosten entfallen 48 Prozent auf das Personal. Eine Senkung ist schwierig, weil das Gesetz den Personalschlüssel vorgibt. Größere Einsparungen könnten hier nur durch kürzere Öffnungszeiten erreicht werden. Ein weiterer Faktor sind die Energiekosten.

Hallen- und Freibad

Das Bad wird zu allen Öffnungszeiten gut genutzt. Gerade im Frühschwimmerbereich, unter der Woche besuchen durchschnittlich 33 Personen das Bad, sind die Zahlen konstant. Da ein Mitarbeiter eine halbe Stunde vor Öffnung des Bades den Dienst beginnt, fallen von 5.30 Uhr bis 6 Uhr Nachtzuschläge an.

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Wegen hoher Krankenstände wird das Bad seit Oktober 2019 an drei Wochenenden erst um 10 Uhr geöffnet. Ein Rückgang der Besucherzahlen wurde nicht verzeichnet. Beschwerden sind nicht eingegangen.

In der Freibadsaison ist neben dem Freibad außerdem das Hallenbad geöffnet. Rücksprachen mit dem Badpersonal haben ergeben, dass im Hochsommer die Beckenaufsicht schwer zu realisieren ist. Ein Mitarbeiter muss durchgehend die wenig genutzten Becken im Hallenbad im Auge haben und steht für das Freibad nicht zur Verfügung.

Hier wäre es angebracht, das Hallenbad außerhalb der Freibadsaison zu schließen. So könnte der Personaleinsatz reduziert oder der Entstehung von Mehrarbeitsstunden begegnet werden. Alternativ bestünde die Möglichkeit, das Hallenbad nur bei hohen Temperaturen zu schließen. Gundolf Oetje (CDU) hält davon nichts: „Wenn Familien kommen, gibt es dann kein Planschbecken mehr“, sagt Oetje. „Über sowas kann man reden, wenn es mal ein entsprechendes Außenbecken gibt.“

Saunabetrieb

2018 wurde die Sauna täglich im Durchschnitt von zehn Gästen besucht. In der Freibadsaison waren es durchschnittlich acht Gäste pro Tag, in der Hallenbadsaison durchschnittlich zwölf. Am Donnerstag (Herrentag) und am Samstag ist die Sauna am schwächsten besucht. Nicht einmal sieben Personen kommen. Ein Herrentag scheint nicht notwendig zu sein.

Um die tatsächlichen Kosten des Saunabetriebes ermitteln zu können, wurden im Jahr 2018 in der Sauna Zwischenzähler installiert. Für das Jahr 2018 errechnet sich ein Defizit von 30 000 Euro€. Höchster Kostenfaktor sind die Sachkosten mit 70 Prozent. Das Mobiliar ist abgeschrieben. In Ruheraum und Sanitärbereich ist ein Unterhaltungsstau vorhanden. Hier ist Sanierungsbedarf gegeben. Auch die Saunaöfen dürften in den nächsten Jahren erneuert werden müssen. Ein Großteil der Besucher nutzt wochentags die Sauna erst ab 15 Uhr. Nur am Dienstag und Mittwoch wird sie regelmäßig ab 10 Uhr gut besucht. Es sollte überlegt werden, ob sie außer an diesen Tagen erst später öffnet, um Stromkosten zu sparen.

Bei einer Kürzung der Öffnungszeit auf sechs Stunden pro Tag (außer Dienstag und Mittwoch) würde man die Öffnungszeit um 14 Stunden pro Woche verkürzen. Bei den aktuellen Strompreisen ließen sich 2 150 Euro €pro Jahr sparen. Aus Sicht der Verwaltung sind weitere Einsparungen lediglich zu erzielen, wenn man den Saunabetrieb an kompletten Tagen (z.B. in der Freibadsaison) einstellt. „Da ist schon ein bisschen Sparpotenzial vorhanden, weil an den Tagen auch keine Reinigung stattfinden muss“, findet Rolf Kaptein (FDP). „Wenn ein paar Tausender übrig bleiben, können die anderswo eingesetzt werden.“

Die Fraktionen sollen nun bis zur nächsten Ausschusssitzung intern über die Vorschläge debattieren.

Ingo Schmidt Redakteur / Redaktion Westerstede
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