Edewecht Wenn andere um 6 Uhr aufstehen, ist Maike Krummrei längst putzmunter. „Ich frühstücke schon um 4.30 Uhr“, erzählt die 29-Jährige und fügt lachend hinzu. „Zumindest, wenn ich Frühschicht hab.“ Aber nicht nur in den frühen Morgenstunden ist Maike Krummrei eine aufgeweckte, junge Frau. Ihre Ausbildung zur Milchtechnologin hat sie kürzlich mit der Traumnote 1,39 abgeschlossen. „Bei der Freisprechung wurde gesagt, dass ich die einzige Eins habe“, sagt die Nethenerin voller Stolz.

Insgesamt waren 82 Milchfachleute im Festsaal der Oldenburger Weser-Ems-Hallen geehrt worden. „Eigentlich habe ich mit jemand anderem als Einserkandidat gerechnet“, sagt Maike Krummrei. Ihr ärgster „Konkurrent“ Lennard Wessel aus Uelzen war mit dem Prüfungsergebnis 1,55 ganz knapp an „Sehr gut“ gescheitert. Das Duo Krummrei/Wessel hatte während der Ausbildungszeit die besten Berufsschulnoten. Für besonders herausragende Leistungen wurden beide geehrt. „Ich hätte ihm genauso die Eins gegönnt“, verrät die Ammerländerin augenzwinkernd.

Käse, Butter und Molkenpulver

Dabei war ihr die praktische Abschlussprüfung beim Milchwirtschaftlichen Bildungszentrum der Lehrmolkerei an der Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt (Lufa) in Oldenburg schwerer gefallen als die tägliche Arbeit im Edewechter Betrieb des Deutschen Milchkontores (DMK): „In der Prüfung mussten wir Käse und Quark herstellen. Bei uns geht das alles voll automatisch. Bei der Lufa mussten wir Prüflinge alles noch selbst erledigen, z.B. den Käse rühren und pressen.“

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Bei der DMK begleitet die 29-Jährige den Prozess, den die Rohmilch vom Bauern bis zur Endverpackung durchmacht. „Milch ist ein vielseitiger Rohstoff.“ Die Hauptprodukte seien Käse, Butter und Molkenpulver. „Wir sind von Anfang bis Ende verantwortlich, dass der Kunde ein Produkt erhält, dass er von uns erwartet.“

Alle duzen den Chef

Zu Krummreis Tätigkeiten bei DMK gehöre die Rohmilchannahme, gleichzeitig ist sie Ansprechpartnerin für Milchsammelwagenfahrer. „Wir nehmen bereits bei der Anlieferung der Milch im Werk Proben und untersuchen diese im Labor, damit wir bei der Verarbeitung einen einwandfreien Rohstoff haben.“ Dabei helfe jeder Mitarbeiter dem anderen. „Das Arbeitsklima ist super“, schwärmt Maike Krummrei. „Es macht einfach riesigen Spaß, selbst, wenn man mit vier Leuten putzen muss.“ Alle seien per Du – „auch mit dem Chef“.

Neben dem Rohstoff Milch sei für sie die Mischung aus sitzender Tätigkeit am Computer und körperlicher Arbeit wie Anpacken, Tragen und Putzen ein weiterer Reiz. „Außerdem sollte man gut zu Fuß sein. Einmal um das Betriebsgelände laufen, entspricht etwa einem Kilometer.“ Allerdings muss Maike Krummrei nicht immer laufen. Manchmal befördert sie auch Tausende Liter Milch in einem Kanister oder tiefgefrorene Käsekulturen mit dem Gabelstapler.

Erst Studium, dann Ausbildung

Jungen Leuten, die sich für ihren Ausbildungsberufe interessieren, rät sie: „Seid nicht zimperlich. Auch vor Mathematik brauch niemand Angst zu haben. Man muss nur den Dreisatz können.“ Für ihre eigenen Zukunft wünscht sich die 29-Jährige, im Bereich Forschung und Entwicklung zu arbeiten. „Mit Rezepturen umzugehen, finde ich sehr spannend.“

Maike Krummreis Interesse galt schon früh Naturwissenschaften. „Schon in der Schule haben mir Physik, Chemie und Bio besonders viel Spaß gemacht. Sprachen fand ich doof“, erinnert sich die Milchtechnologin und lacht. Nach dem Abitur studierte die Nethenerin zunächst Geowissenschaften, ehe sie sich für den Ausbildungsweg entschied.

In ihrer Freizeit näht die Nethenerin viel. „Am liebsten Kinderkleidung für mein Patenkind.“ Gleichzeitig spielt sie in einem Orchester und haut dort auf die Pauke.

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Niklas Grönitz Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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