AUGUSTFEHN Auf den ersten Blick wirkt Joshua aus Vreschen-Bokel wie ein ganz gewöhnlicher, vergnügter Junge. Mit großen Augen mustert er seine Umgebung, lächelt immer wieder. Der Kinderwagen, in dem er trotz seiner inzwischen vier Jahre sitzen muss, deutet aber darauf hin, welch schweres Schicksal er zu tragen hat.

Seit einer Hirnentzündung, die ihn im Alter von eineinhalb Jahren ereilte, leidet Joshua an Epilepsie (die NWZ berichtete). Nachdem er lange Zeit in Leer im Krankenhaus verbringen musste, ist er inzwischen durch eine Behandlung mit Medikamenten frei von Anfällen. Von denen machte er anfangs mitunter mehrere in nur einer Stunde durch – zu viele für seinen kleinen Körper.

„Durch die ständigen Krämpfe ist Joshua in seiner Entwicklung extrem zurückgeworfen worden“, sagt Mutter Jennifer Frerichs. Sprechen kann ihr Sohn nicht, ist auch motorisch stark beeinträchtigt. Laufen lernte er erst sehr spät.

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Doch Jennifer Frerichs gibt nicht auf. Große Hoffnungen setzt die 24-Jährige in eine Therapie mit Delfinen in der Türkei. Das Treffen mit den ebenso sanftmütigen wie intelligenten Meeressäugern soll schon in vielen ähnlichen Fällen Fortschritte gebracht haben, habe sie gehört.

Was sie sich konkret davon verspricht? Jennifer Frerichs schaut ihren Sprössling liebevoll an und antwortet: „Ich will nur, dass er einmal Mama zu mir sagt. Das wäre mein größter Wunsch.“

Doch die Therapie ist teuer. Etwa 10 000 Euro fallen an für die zweiwöchige Behandlung, an der alle Familienmitglieder teilnehmen sollen. Um sich dies leisten zu können, ist die Familie Frerichs auf Unterstützung angewiesen. 500 Euro hat bereits die Firma Möbel Steinhoff aus Westerstede gegeben, weitere rund 900 Euro kamen bisher über Einzelspenden von Privatpersonen zusammen. Und auch der Evangelische Kindergarten „Die Brücke“ aus Augustfehn hat seinen Teil dazu beigetragen, dass Joshua den Delfinen ein weiteres Stück näher gekommen ist.

„Ich kannte Joshua schon, als er noch vollkommen gesund war. Damals hat ihn seine Mutter oft mitgenommen, wenn sie seine ältere Schwester Jessica zu uns gebracht hat“, erinnert sich Kindergarten-Leiterin Jutta Jonen. „Es hat uns daher alle hier sehr betroffen gemacht, zu sehen, was der arme Junge mit seiner Krankheit alles durchmachen musste“.

Beim Sommerfest des Kindergartens hatten die Eltern mehrere Spiele und Aktionen auf die Beine gestellt. Der Erlös, immerhin ein stolzer Betrag von 300 Euro, soll Joshua zugute kommen. Nun wurde die Spende im Raum der Schmetterlings-Gruppe an seinen kleinen Nutznießer übergeben.

Das Geld wird auf ein Treuhandkonto eingezahlt, das auf den Namen „Joshua Frerichs“ bei der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) läuft. Verwaltet wird dieses von Anke Helm-Brandau vom Beirat des Kindergartens. Sie stellt sicher, dass die Spenden für den angedachten Zweck verwendet werden – damit Joshua beim Schwimmen mit den Delfinen vielleicht endlich sein erstes richtiges Wort spricht. Seine Mutter würde dies jedenfalls unendlich glücklich machen.

Sebastian Kelm Apen / Redaktion Ammerland
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