Rostrup /Querenstede Hoch her gehen dürfte es am Montag, 2. Juni, in der „Querensteder Mühle“. Dort tagt ab 17 Uhr der Ausschuss für Planung, Energie und Umwelt öffentlich mit nur einem Tagesordnungspunkt: „Nachfolgenutzung für das Gelände des ehemaligen Bundeswehrkrankenhauses in Rostrup“. Die Politik will sich mit dem Konzept befassen und eine Entscheidung vorbereiten, ob für das von der Palais am Meer GmbH & Co. KG geplante Vorhaben ein Bebauungsplan aufgestellt wird oder nicht. Hotel- und Gaststättenverband (HoGa) sowie Bürgerinitiative Bad Zwischenahn, die beide die Planungen ablehnen, haben ihre Mitglieder zu reger Teilnahme aufgerufen.

Die Palais am Meer, die ein gleichnamiges Familien- und Golfhotel Vier-Sterne-Superior mit

angeschlossenem Veranstaltungs- und Seminarbereich plant, hat der Gemeinde bis zur Sitzung eine weitere Überarbeitung der Planung angekündigt. Politik und Verwaltung hatten bereits signalisiert, dass es für einen Bebauungsplan auf Grundlage des vorliegenden Konzeptes kaum eine Mehrheit geben dürfte. Eine Verschiebung der Sitzung habe man abgelehnt, so Bürgermeister Dr. Arno Schilling. Der Zeitplan stehe, da für die Gemeinde „eine Entscheidung bis zum 30. Juni unabdingbar“ sei. Dann endet das Rückgaberecht des Käufers für das rund 38 Hektar große Gelände an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Die nächste Sitzung des Ausschusses, in der über den Beschlussvorschlag abgestimmt werden soll, findet am 24. Juni statt, direkt anschließend tagt der Verwaltungsausschuss nicht öffentliche.

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In der Sitzungsvorlage wird unter anderem kritisiert, dass „östlich des Bachstelzenweges umfangreiche Nutzungen“ vorgesehen seien. So seien hier insgesamt 312 Betten in 78 Appartements und 52 Ferienwohnungen geplant. Das Eckwertepapier als Planungsrahmen sieht vor, die Bebauung auf den westlichen Bereich zu beschränken, lässt allerdings Ausnahmen zu. Die Ferienwohnungen sowie weitere Ferien-/Wochenendhäuser auf dem Gelände sollen zudem nicht über den Betreiber Upstalsboom vermarktet, sondern verkauft werden. Zu befürchten seien Leerstand und ausschließliche Nutzung durch Eigentümer, heißt es.

Die Informationspolitik der Palais am Meer ist stets kritisiert worden. Das Unternehmens mit Sitz in Bremen hatte angekündigt, die Öffentlichkeit über die Planungen auf dem Laufen zu halten, dies bisher aber nicht getan. Auch der NWZ  mehrfach versprochene Informationen zur Planung wurden nicht vorgelegt. Selbst auf der eigenen Internetseite www.palais-zwischenahn.de wird immer noch die komplett überholte ursprüngliche Planung präsentiert.

Experten sehen Existenzgefährdung für bestehende Hotels

In einer Stellungnahme bewertet die „ift – Freizeit- und Tourismusberatung“ auf Grundlage der Anfang dieses Jahres vorliegenden Planung der „Palais am Meer“ die Auswirkungen eines Hotels mit Ferienwohnungen und -häusern auf dem früheren Bundeswehrgelände in Rostrup.

Im Fazit heißt es, „dass in den Planungen (...) eine Zielgruppenstruktur (...) angestrebt wird, die verhältnismäßig geringe Auswirkungen auf die Nachfrage in der Bestandshotellerie hätte“. Allerdings wird von den Gutachtern der kalkulierte Anteil der Zielgruppe Familie infrage gestellt. ift geht hier von „maximal rund 15 bis 30 Prozent“ aus, die Initiatoren rechnen mit rund 50 Prozent. Betreiber Upstalsboom kommt in der Gruppe auf 65 bis 70 Prozent.

Bei Realisierung des Vorhabens kommt ift auf einen „Nachfrageabfluss von rund 10 bis 25 Prozent aus der Bestandshotellerie im Vier-Sterne-Bereich. „Da sich diese Nachfrageabfluss nicht gleichmäßig über alle Bestandsbetriebe verteilen dürfte, könnte dies auch im Falle von insgesamt nur 10 Prozent Nachfrageabfluss für Einzelbetriebe bereits existenzgefährdend sein“, heiß es weiter – „es sei denn, die Bestandshotellerie reagiert (...) mit eigenen Maßnahmen zur Steigerung der Marktattraktivität.“

Aber auch positive Effekte werden genannt: „Für die Destination Bad Zwischenahn insgesamt ist (...) jedoch von deutlich positiven Effekten für Nachfrage (rund 100 000 zusätzliche Übernachtungen), Beschäftigung und Wertschöpfung auszugehen. Auch der Bekanntheitsgrad und die Zukunftsfähigkeit der Destination dürften sich dank der Marketingaktivitäten des Betreibers und neuer Zielgruppen erhöhen.“

Markus Minten Leitung / Lokalredaktion
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