Bad Zwischenahn Noch hat der große Sturm auf die Weihnachtsgeschenke nicht begonnen, im Ammerland halten sich viele Menschen an die Tradition, mit den Fest-Vorbereitungen nicht vor dem Totensonntag, in diesem Jahr am 24. November, zu beginnen.

Dennoch haben sich die Einzelhändler natürlich längst auf das Weihnachtsgeschäft vorbereitet – zumindest die, die ein solches sehen. Denn natürlich macht die Konkurrenz aus dem Internet auch Zwischenahner Händlern zu schaffen – allerdings nicht allen gleichermaßen.

Juwelierin Hilke Eilers sieht mehrere Seiten: „Viele Leute sind vor dem Einkauf durch das Netz besser informiert als früher“, hat sie beobachtet. Außerdem zeige sich beim Schmuck-Kauf ein neuer Trend zur Nachhaltigkeit im Sinne von hochwertigen Produkten. „Auch jüngere Leute kaufen mehr hochwertige Dinge wie Mechanische Automatik-Uhren oder Schmuck aus Gold und Silber mit echten Edelsteinen – und da setzen sie dann auch auf Beratung vor Ort“, sagt sie.

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Keine Dumping-Preise

Und die Juwelierin erlaubt es sich, Dinge nicht anzubieten: „Wenn eine Marke ihre Produkte im Netz zu Dumping-Preisen verkaufen lässt, nehme ich sie aus dem Sortiment“.

Unschlagbarer Vorteil für den stationären Handel sei das Einkaufsgefühl. „Viele Leute lassen sich im Geschäft inspirieren und kaufen etwas ganz anderes, als sie eigentlich vorhatten. Das funktioniert im Netz nicht. Handel kann eben auch Wünsche wecken“, sagt sie.

Beratung und Erlebnis

Auf Beratung und Einkaufserlebnis setzen auch andere. Ulrike Vehndel bringt bei „BHglich“, In der Horst, Dessous und Unterwäsche an die Frau – und den Mann. Als Geschenk seien Dessous nach wie vor beliebt, so ihre Beobachtung. Eine gute Beratung und die Möglichkeit zur Anprobe spielten dabei eine Rolle, für die Kunden, die in den Laden kommen. Den Klischee-Kunden, der Dessous für seine Frau kaufen möchte, die Größe aber nur schätzen kann, den gibt es noch. Viele Männer kommen aber auch und kennen die Größe und den Geschmack ihrer Frau ganz genau.“

Immer Geschenke-Saison ist im Buchhandel, aber auch hier zieht das Geschäft schon an. Maren Oberwelland, Filialleiterin bei Thalia wird von einer Kundin nach einem lustigen Buch über Camping gefragt und kann sofort an der richtigen Stelle ins Regal greifen. Wie kaum eine Branche waren Buchhändler früh von der Konkurrenz aus dem Netz betroffen. „Dabei ist das Netz aufgrund der Buchpreisbindung und der extrem kurzen Lieferzeiten weder schneller noch günstiger“, so Oberwelland. „Das haben viele Kunden inzwischen erkannt.“ Der Trend zum elektronischen E-book-Reader sei gleichbleibend. „Viele Kunden wollen allerdings je nach Situation mal das klassische Buch und mal das E-Book“, so ihre Einschätzung.

Maue Wintermonate

Aber es gibt auch Händler, die bisher noch keine Strategie gefunden haben, der Abwanderung der Kunden ins Netz zu begegnen – manche davon wollen nicht namentlich genannt werden. Nicht nur die Abwanderung in das Internet, auch ein insgesamt verändertes Kaufverhalten stellt Christel Behrens in ihrem „Lederstübchen“ schon seit langem fest. „In den Wintermonaten ist einfach nichts los“, ist ihre Meinung. Ein klassisches Weihnachtsgeschäft gebe es eigentlich nicht mehr. „Bis vor zehn Jahren standen die Männer an Heiligabend in meinem Laden bis vor die Tür“, erinnert sie sich. Heute werde nach ihrer Erfahrung möglichst billig eingekauft. „Der Trend ,Geiz ist geil’ ist ungebrochen“, ist sie überzeugt.

Christian Quapp Redakteur / Redaktion Bad Zwischenahn
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