Bad Zwischenahn /Specken Die Baumschul-Landschaft im Ammerland ist schon seit Jahren im Wandel, die großen Betriebe wachsen, viele kleinere sind verschwunden. Es gibt aber auch noch kleine Firmen, die vom Senior an den Junior weitergegeben werden. Einer von ihnen ist Sascha Eilers.

 Start im Jahr 1975

1975 hat sein Vater die Baumschule Eilers an der Goldenen Linie in Specken gegründet – zuerst noch als Nebenerwerb, seit 1988 dann als Vollerwerbsbetrieb. „Meine Eltern hatten hier noch bis vor 15 Jahren eine Landwirtschaft“, erzählt der Senior. Seine gepachteten Flächen lagen deshalb weit verstreut. Sohn Sascha kann sich heute über eigenes Land und kurze Wege freuen.

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Angefangen hatte Friedrich Eilers, gemeinsam mit Ehefrau Brigitte und oft in harter Handarbeit, mit Erica und Bodendeckern in allen Formen. Später rückten andere Kulturen in den Mittelpunkt – Heidelbeeren oder Kirschlorbeer.

Sich ständig wandeln und anpassen – nur so kann ein kleiner Betrieb überleben, das hat Friedrich Eilers seinem Sohn mitgegeben. „Stillstand ist Rückschritt“, zitiert der Sohn den Vater.

 Kein Plan B

Aber reicht die Bereitschaft zur Veränderung bei einem Betrieb mit 2,5 Hektar Fläche heute noch aus? Auch Familie Eilers weiß, das Verschwinden der kleineren Baumschulen hat Gründe. Es gibt insgesamt eine Überproduktion – da können die Kleinen bei den Preisen nicht mithalten. Dazu kommen Lizenzgebühren für neue Sorten und teure Zertifizierungen, die vom Handel aber verlangt werden.

Sascha Eilers wagt den Schritt trotzdem. Seine Stelle in einer anderen Baumschule ist gekündigt, ab Januar widmet er sich ganz dem eigenen Betrieb: „Einen Plan B gibt es nicht.“

Dafür steckt hinter Plan A eine Menge Erfahrung. Vater Friedrich hat den Beruf 1968 gelernt, Sascha Eilers hat seine Ausbildung zum Gärtner 1994 begonnen und seit 2001 als Meister in verschiedenen Betrieben gearbeitet.

Er ist überzeugt: Kleine Betriebe haben eine Chance im Markt: „Man muss die richtige Nische finden und auf Qualität setzen.“ Weniger kleine Betriebe bedeuten eben auch weniger Konkurrenz um die Nischen. Die Nische der Baumschule Eilers sind die Pflanzen, die in kleinen Stückzahlen verkauft werden. So klein, dass es sich für die großen Baumschulen kaum lohnt, sie ins Sortiment zu nehmen. Die holen sich japanische Azaleen, Rhododendron-Zwergformen, Heidelbeeren oder hochwertige Kirschlorbeer-Pflanzen bei Vater und Sohn Eilers – und wissen, was sie bekommen. „Wir sind einer von wenigen Betrieben, die vom Steckling bis zur verkaufsfertigen Pflanze komplett selbst produzieren“, sagt Friedrich Eilers. Zugekauft werden nur wenige Pflanzen.

 Kosten im Blick

Aber auch wenn Qualität ganz oben steht, muss eine kleine Baumschule die Produktionskosten im Auge behalten. „Es gibt schon einige Schrauben, an denen man drehen kann“, sagt Sascha Eilers. Vor allem kommt es darauf an, wie schnell aus dem Steckling eine verkaufsfertige Pflanze wird. „Gewächshaus statt Freiland – das kann ein ganzes Jahr bringen“, ergänzt der Senior. Aber nicht immer ist Geschwindigkeit alles. Während in großen Betrieben die Pflanzen möglichst früh im Jahr blühen sollen, kann Sascha Eilers ihnen Zeit lassen. „Wir sind oft die letzten in der Kette, bei denen die Baumschulen und Wiederverkäufer anfragen“, erklärt Friedrich Eilers.

 Familie packt an

Der Senior wird, auch als Rentner, seine Erfahrung weiter einbringen. Bei der Aufzucht der ganz jungen Pflanzen habe der Vater einfach viel mehr Erfahrung, gibt der Sohn neidlos zu. Und auch was das richtige „Näschen“ für Trends angeht, sei der Senior ungeschlagen.

Ein Familien-Betrieb war die Baumschule ohnehin schon immer, neben dem Senior packen bei Bedarf auch Sascha Eilers’ Ehefrau Claudia, im Hauptberuf Arzthelferin, und die beiden Söhne mit an.

Mit einem Problem der Baumschul-Wirtschaft muss sich Sascha Eilers deshalb nicht herumärgern – dem Mangel an Fachkräften, der die großen Betriebe viel härter trifft. Saisonarbeiter braucht auch er, aber da gibt es einen festen Stamm von Helfern, die schon seit vielen Jahren immer wieder kommen.

Christian Quapp Redakteur / Redaktion Bad Zwischenahn
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