Schildkröten
Hitze tut kleinen Griechen gut

Normalerweise schlüpfen die griechischen Landschildkröten im Inkubator. Dank des heißen Sommers klappte es in diesem Jahr auch ohne Unterstützung.

Bild: Christian Quapp
Stolze Züchterin: Melanie Cold mit einer wild geschlüpften Schildkröte im Gewächshaus, dass den Tieren angemessene Temperaturen bietet.Bild: Christian Quapp
Bild:
Bild:
Keine Freiartikel mehr in diesem Monat.

Bereits NWZ-Abonnent?

Jetzt anmelden

Noch nicht registriert?

Als Abonnent der Nordwest-Zeitung und des NWZ-ePapers haben Sie den vollen Zugriff nach einmaliger Freischaltung bereits inklusive!

Zugang freischalten

Noch nicht registriert?

Als Abonnent der Nordwest-Zeitung und des NWZ-ePapers haben Sie den vollen Zugriff nach einmaliger Freischaltung bereits inklusive!

Zugang freischalten

Bad Zwischenahn Damit hatte Melanie Cold nicht gerechnet: Seit 2015 züchtet die Zwischenahnerin griechische Landschildkröten, die Eier kommen im kalten Deutschland aber in der Regel bei 31 bis 32 Grad Celsius in einen Inkubator. „In diesem Jahr wollte ich eigentlich gar keine Eier ausbrüten“, sagt die Züchterin. „Meine Familie hat mich aber überredet.“ Einige Schildkröteneier, die sie später fand, lies Cold aber geschützt in dem Gewächshaus, in dem ihre Tiere die Eier abgelegt hatten. „Und letzte Woche habe ich dann so ein kleines Häufchen von elf Gramm gefunden“, sagt sie und zeigt auf die winzige Schildkröte auf ihrer Hand. Der NWZ-Bericht über die Geburt einer Madagassischen Spinnenschildkröte im Zoo Hannover brachte sie dazu, sich auch zu melden. Denn auch wenn griechische Landschildkröten nicht so selten sind, ein „Wildschlupf“ ist im Nordwesten schon sehr außergewöhnlich.

„Früher waren griechische Landschildkröten beliebte Mitbringsel von Urlaubern“, erzählt Cold. Jetzt stehen sie aber längst unter Naturschutz und dürfen nur mit Papieren gehandelt werden, die beweisen, dass sie nicht wild gefangen wurden. Bei Melanie Cold sorgen Männchen Odysseus und mehrere Weibchen dafür, dass es regelmäßig Nachwuchs gibt. Wie bei ihren eigenen Tieren achtet Cold auch bei allen Schildkröten, die sie abgibt, darauf dass sie artgerecht gehalten werden. „Ein Terrarium kommt nicht in Frage. Die Halter brauchen ein Außengehege mit genug Platz dazu ein beheizbares Frühbeet oder besser ein Gewächshaus“, erklärt sie. Auch beim Futter gibt es Besonderheiten. „Die Darmflora von griechischen Landschildkröten verträgt kein Obst, Gemüse und Salat. Hunde- und Katzenfutter oder gar Essensreste kommen schon gar nicht Frage.“ Melanie Cold sät im Garten Löwenzahn, Spitz- und Breitwegerich und Klee aus, auch Hibiskusblüten stehen auf dem Speiseplan. So gefüttert wachsen die Reptilien, die es unverändert seit 250 Millionen Jahren gibt, auf 18 bis 25 Zentimeter und bis zu 1,8 Kilo Gewicht heran.

Bevor Melanie Cold ein Tier abgibt, hat es mindestens eine Winterstarre hinter sich. „Es kann immer mal vorkommen, dass ein Tier den ersten Winter nicht überlebt“, sagt sie. Auch der neue Nachwuchs wird demnächst träge und bereitet sich dann auch die rund viermonatige Pause vor. Die wird er allerdings, anders als seine Geburt, nicht wie in der freien Natur verbringen. Damit die Tiere in der Starre nicht Feinden zum Opfer fallen, verbringen sie ihre Winterstarre kontrolliert im Kühlschrank. „So kann ich sie alle paar Wochen ansehen und wiegen und feststellen, ob alles in Ordnung ist“, sagt die Züchterin.

Das könnte Sie auch interessieren