Augustfehn Ii Noch ist wenig zu sehen von dem, was in den nächsten Monaten wieder zum Paradies für Insekten und Vögel werden wird: Die rund 20 0000 Quadratmeter große Blühwiese, die Unternehmer Manfred Kuhlmann gehört und die Bestandteil seines Gewerbegrundstücks an der Tiegelstraße in Augustfehn II ist, wurde neu eingesät. Doch auf dem Seitenstreifen summt und brummt es schon, dort wo unter anderem Spitzwegerich und Hirtentäschelkraut, Löwenzahn und vieles mehr blühen. Hier gibt es bereits wertvolle Frühjahrsinsektenweide.

Summen und brummen

„In ein paar Wochen werde ich aus meinem Büro wieder in ein Blütenmeer schauen, es brummt und summt dann überall, Bienen, Hummeln und andere Insekten und so mancher Schmetterling haben hier einen reichlich gedeckten Tisch, da geht einem das Herz auf“, sagt der Chef des mittelständischen Betriebes, das sich auf Förderanlagen z.B. für die Lebensmittelindustrie und Recyclingunternehmen spezialisiert hat.

2014 hatte der Unternehmer das 25 000 Quadratmeter große Grundstück am Wirtschaftbogen an der A 28 gekauft. Anfangs waren die betrieblich nicht benötigten 20 000 Quadratmeter an einen Landwirt verpachtet worden, der die Fläche mit Gras eingesät hat. „Auf der ehemaligen Ackerfläche wuchs damals auch nichts anderes als Gras“, sagt Kuhlmann. Das änderte sich 2017, als der Pachtvertrag zu Ende war und die Fläche erstmals mit einer Blühstreifenmischung eingesät wurde. Das nötige Know-How kam aus der eigenen Familie: Tochter Daniela ist Biologin. Mit Unterstützung eines Lohnunternehmens wurde der Samen kiloweise ausgebracht und Wochen später freute sich die Familie Kuhlmann über ihr Naturparadies.

„Es blüht hier so vieles, viele Blüten und Wildkräuter nutze ich für unser tägliches Essen oder für meine Tätigkeit als Heilpraktikerin“, sagt Manfred Kuhlmanns Ehefrau Annelie. Natürlich gebe es auch so manchen Blumenstrauß für die Vase. Obendrein diene das Naturparadies als Bienenweide, mehrere Imker hätten schon nachgefragt, ob sie ihre Bienenkästen hier abstellen dürften. „Wir haben einen Imker, von dem haben wir vergangenes Jahr 12 Kilo Honig bekommen und der schmeckt vorzüglich.“

Erlebnis Blühwiese

Doch nicht nur im Sommer sei die Blühwiese ein Erlebnis, meint Annelie Kuhlmann und berichtet, dass ihre Familie manchmal eigens eine Radtour zum Betrieb nach Augustfehn II unternehme und an der Blühwiese Kaffee trinke. „Im Herbst, wenn die Samen gereift sind, können wir hier besonders viele Vögel beobachten.“ Darunter seien neben Amsel, Meise, Fink und Star, Goldammern und Feldlerchen auch Scharen von so seltenen Vögeln wie Stieglitze, die auch Distelfinken genannt werden, oder Bluthänflinge. „Und im Spätherbst oder Winter sieht man denn die Falken, die hier auf Mäusejagd gehen“, berichtet Manfred Kuhlmann.

In den vergangenen beiden Jahren wurde die gesamte Fläche im Frühjahr neu eingesät. Vergangenes Jahr habe man eine 5000 Quadratmeter große Fläche der Blühwiese stehen lassen, auch dort gäbe es viel Leben. „Ich werde mich mal schlau machen, ob wir nicht auf eine mehrjährige Saat zurückgreifen können, damit die komplette Fläche jährlich nicht neu eingesät werden muss“, sagt Manfred Kuhlmann.

Was kann man tun?

Möglichst wenig an Blühwiesen oder Blühstreifen vor dem Winter mähen und wegzuschneiden empfiehlt auch Ute Aderholz vom Umweltbildungszentrum des Landkreises Ammerland. Viele Insekten überwinterten in den Stängeln oder legten ihre Eier hinein.

Interessierte Naturfreunde, die kleinere oder größere Flächen einsäen wollten, könnten das noch bis Juni tun. Entsprechende Blühsamenmischungen, die oft jedoch nicht für extreme Standorte (sehr feucht, sehr schattig) geeignet seien, seien vielfach erhältlich. Weitere Informationen, wie man sich für mehr Artenvielfalt engagieren könne, erhalte man bei einer Umweltgruppe (z.B. Nabu oder Bund) oder beim Gärtner seines Vertrauens. Fachlichen Rat gäbe es zudem bei der niedersächsischen Gartenakademie in Rostrup. Gute Informationsquellen seien auch Bücher oder das Internet.


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Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
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