Bad Zwischenahn 240 000 Radler sind pro Jahr am Zwischenahner Meer unterwegs – viel zu viele, finden Spaziergänger, die sich insbesondere an den Wochenenden durch den Massenansturm gestört fühlen. Sie möchten nicht ständig zur Seite springen oder gar in Gefahr geraten, angefahren zu werden. Ein Sonntagsfahrverbot für Radfahrer auf dem Seerundweg war in der Vergangenheit immer mal wieder im Gespräch. Wie sieht es aktuell aus?

„Es gibt gelegentlich Beschwerden von Fußgängern im Rathaus oder bei der Kurverwaltung. Wir wollen aber den Seerundweg grundsätzlich für beide Nutzergruppen offen halten“, erklärte Karl-Heinz Bischoff, Leiter des Tiefbau- und Grünflächenamtes der Gemeinde, auf Nachfrage der NWZ. Radfahren sei nur an einem kleineren Abschnitt im Bereich des Alten Kurhauses an Sonntagen nicht erlaubt. „Den gesamten Seerundweg als attraktivsten in der Gemeinde für Radfahrer zu sperren, wäre der falsche Weg. Schließlich wollen wir eine fahrradfreundliche Kommune sein“, erklärte Bischoff und verwies auf die Vielzahl an ausgewiesenen Radrouten, Parkmöglichkeiten für Fahrräder und weitere Verbesserungen auf diesem Gebiet. Er sehe natürlich auch, dass es insbesondere auf dem Seerundweg manchmal zu Problemen kommen könne. „Es gilt aber die gegenseitige Rücksichtnahme.“

Engstellen beseitigt

Besondere Engstellen habe die Gemeinde bereits beseitigt. Brücken und Stege seien auf 2,50 Meter verbreitert worden, damit man besser aneinander vorbei komme, und zusätzlich mit rutschfesteren Recyclingbohlen versehen worden. Erneuert werden sollen noch in diesem Jahr die Brücken am Rohrdommelweg und Am Delf. Die Auebrücke werde außerdem flacher gestaltet und damit auch barrierefrei zugänglich.

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Verbot nicht sinnvoll

Ein Radfahrverbot hält auch Frank Bullerdiek, Chef der Ammerland-Touristik, für nicht sinnvoll. „Das hätte beträchtliche Auswirkungen. Außerdem ist es einer der schönsten Radwege, die wir im Ammerland haben. Der Radweg entlang der Straße außen herum ist dagegen deutlich weniger attraktiv.“

Bei der Radverkehrsanalyse Niedersachsen 2016 wurden am Seerosenweg 240 000 Radfahrer erfasst, davon 5000 Schüler und weitere Pendler. Auf Grund des vorliegenden Zahlenmaterials hat Bullerdiek errechnet, dass der größte Teil der Freizeitradler einen Tagesausflug (42,9 Prozent) unternahm, gefolgt von den Radwanderern (34,4 Prozent), die eine längere Strecke mit wechselnden Quartieren zurücklegten, und den Regioradlern (19,7 Prozent), die von einem festen Quartier aus Sternfahrten unternahmen.

Tagesausflügler geben im Schnitt jeweils rund 19 Euro aus, Radwanderer rund 73 Euro und Regioradler gut 67 Euro. Damit steht unter dem Strich ein Gesamtumsatz in Höhe von€ € rund 11,4 Millionen Euro. „Dieser Umsatz verbleibt bei dem Einzelhandel, den Beherbergungsbetrieben und der Gastronomie und erzeugt natürlich auch erhebliche Steuereinnahmen für die Gemeinde“, sagt Bullerdiek. Da sich die Berechnung aber nur auf den Seerundweg beziehe und damit nur einen Bruchteil der Radler erfasse, sei der Radtourismus insgesamt ein erheblicher Wirtschaftsfaktor für den ganzen Landkreis Ammerland.

Grund zur Freude

Dass der Seerundweg von so vielen Menschen genutzt werde, sei eigentlich ein Grund zur Freude. „Es gibt Regionen, die beneiden uns darum.“ Man müsse die Belästigungen in Relation sehen, findet der Touristiker. „Wenn Radfahrer defensiv fahren und rechtzeitig klingeln, sollte das klappen.“

Kerstin Schumann Redakteurin / Redaktion Westerstede
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