HEIDKAMPERFELD Ein Schnapszahl-Jubiläum gereichte Landwirtschaftsmeister Dieter Helmers und seiner Ehefrau Helga zum Anlass, alle ehemaligen Auszubildenden zu einem gemeinsamen Tag auf ihren Hof in Heidkamperfeld einzuladen. In 66 Jahren, von 1945 bis 2011, wurden hier 104 Landwirte ausgebildet. Bis heute werden ständig jeweils zwei Auszubildende beschäftigt.

Dieter Helmers engagierte sich bis 2009 ehrenamtlich als Prüfer im Prüfungsausschuss Landwirt. Seit 2010 ist sein Sohn Hauke (24), staatlich geprüfter Betriebswirt Landwirtschaft, Prüfer in dem Prüfungsausschuss. Der Betrieb ist als anerkannte Ausbildungsstätte für landwirtschaftlichen Nachwuchs überregional bekannt und gefragt, wie auch Karl-Heinz Brett, der bei der LWK Niedersachsen Bezirksstelle Oldenburg-Nord als Berater für Ausbildung tätig ist, bestätigt.

Guter Ruf

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Einen guten Ruf genießen der Betrieb und seine Inhaber offensichtlich auch bei ihren Ehemaligen. Auf insgesamt 96 verschickte Einladungen reagierten 81 Ehemalige mit einer Zusage auf die erstmalige Veranstaltung. Dieter Helmers, der den seit 1860 in Familienbesitz befindlichen Betrieb in vierter Generation führt, begrüßte seine Gäste zum Mittagessen und zur Kaffeetafel an Tischen, deren Sitzfolge sich nach den Jahren der Ausbildung richtete. So ließen, nachdem der 59-Jährige mit einem „Danke für die schöne Zeit“ an seine eigenen, ebenfalls anwesenden Lehrherren Hans Behrens aus Tweelbäke (Kreis Oldenburg), ehemaliger Präsident der Landwirtschaftskammer Weser-Ems (LWK/Oldenburg), und Gerd Wemken aus Wemkendorf seine Rede schloss, angeregte Gespräche nicht lange auf sich warten. Zahlreiche Anekdoten und Erinnerungen aus „einer ganz anderen Zeit“ wurden am ersten Tisch mit den Jahrgängen 1948 bis 1951 ausgetauscht. Am längsten zurück blicken konnte Gerd Schröder (78). Am 6. Mai 1945 war er mit damals gerade einmal zwölfeinhalb Jahren auf den Hof gekommen: „Als Ältester von elf Geschwistern musste ich mir dort Kost und Logis verdienen. Das war damals so.“ 1950 legte er seine damals so genannte Landwirtschaftliche Gehilfenprüfung ab. An das mühsame Starten des 11er Deutz per Handkurbel erinnerten sich noch Jan Westing (76) aus Rastederberg und Heinrich Heinen (78) aus Altjührden, die 1951 bis 1953 auf dem Hof waren. „Eine Dieselpumpe gab es hier zu der Zeit nicht, da musste man schon mal „Saughilfe“ leisten“, wie sie lachend hinzufügten.

„War eine Superzeit“

Johann von Lienen am Nebentisch durfte 1953, seinem ersten Jahr auf dem Hof, gemeinsam mit seinem Lehrherrn Johann Helmers und der „Spitzenkuh Hella“ zur DLG-Schau nach Köln fahren: „Das war eine Superzeit!“ Er ist heute noch stolz darauf, dass der bekannte Hochzüchter ihn 1954 als Tierpfleger bei der landwirtschaftlichen Ausstellung zur Eröffnung der Weser-Ems-Halle einsetzte. Gemeinsam mit seinen ehemaligen Kollegen Hans und Anna Reins, geb. Ohmstede, die sich auf dem Helmers-Hof kennen gelernt hatten, überbrachte er eine Collage mit Fotos aus der Zeit zwischen 1953 und 1956: „Zur Erinnerung an unsere Zeit in Heidkamperfeld.“ Seither hat sich viel verändert. Der Gemischtbetrieb hat sich von ursprünglich zehn Hektar zur heutigen Größe von 112 Hektar Landfläche entwickelt. Es wird Milchviehhaltung mit intensiver Rinderzucht sowie Schweinemast und Legehennenhaltung (Direktvermarktung) betrieben. Seit 2007 ist eine 500 KW-Biogasanlage in Betrieb. Der Tag sei auch dazu da, sich wieder einmal auf dem Hof umzusehen und über die Neuerungen zu informieren, wie Dieter Helmers eingangs vor allem an die Älteren gewandt sagte. Gleichzeitig gab er anlässlich des Generationentreffens den Jüngeren aus auch ganz eigener Erfahrung mit auf den Weg: „Von den Alten kann man ganz schön viel lernen!“

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