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Rastede Links waren die Schweineboxen, hinten rechts der Hühnerstall. Jochen Oels erinnert sich noch genau, wie es im Inneren der Wildhütte aussah, in der er als Kind zusammen mit Rolf Horstmann gespielt und Jagd auf Ratten gemacht hat. Mitte der 1940er Jahre war das und noch heute erinnern sich die beiden an so manchen Streich von damals.

Die Hütte war 1946 an der Oldenburger Straße aufgebaut worden – neben dem Autohaus Horstmann. Noch heute steht sie dort, inmitten von Fahrzeugen, nachdem rundherum zusätzliche Ausstellungsfläche geschaffen wurde. Dafür musste Ende 2011 auch jenes Haus weichen, in dem Oels von 1946 bis 1956 aufgewachsen war.

Die Geschichte der Hütte reicht jedoch viel weiter zurück. „1833 entstanden im Park das erste Mal Wildhütten“, erzählt Gemeindearchivarin Margarethe Pauly. Großherzog Paul Friedrich August hatte sie nahe des Rundteichs bauen lassen. Vom privaten Schlossgarten muss er damals über den Rundteich hinweg einen einmaligen Blick auf die Wildtiere gehabt haben, die zu den Hütten kamen.

Zwei Rudel Damhirsche soll es damals gegeben haben, berichtet Margarethe Pauly. Eines habe sich im Bereich des heutigen Rennplatzes aufgehalten, das andere im Wildpark Hankhausen, dem heutigen Eichenbruch. Dort ließ Paul Friedrich August um 1842 weitere Wildhütten und ein Forsthaus errichten, das noch heute steht.

Die Hirsche sollen einst auch vor dem Schloss langgezogen sein, berichtet Margarethe Pauly und sagt: „Das muss wunderschön gewesen sein.“ Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurden die Tiere bejagt, weil wegen einer Hungersnot in Wilhelmshaven Nahrung benötigt wurde.

Ein Bild, das Ende der 1930er Jahre aufgenommen wurde, zeigt, dass die Wildhütten am Rundteich noch intakt waren. Während des Zweiten Weltkriegs müssen sie dann immer stärker verfallen sein, zeigt eine spätere Aufnahme.

Von 1941 bis 1945 lebte Oels mit seiner Mutter und anderen Kriegerwitwen im Schloss, bis sie von den Kanadiern vertrieben wurden. Damals rettete Oels Mutter das Mobiliar vor den Kanadiern.

Davon erfuhr Erbgroßherzog Nikolaus von Oldenburg und schenkte der Frau zum Dank einen Dresdner Barockschrank und auf ihren Wunsch hin das Ständerwerk der kleinen Wildhütte. Oels Mutter baute daraus jenen Stall, der noch heute neben dem Autohaus Horstmann steht. Woher sie Steine und Zement hatte, sei bis heute ein Rätsel, sagt Oels.

Schweine, Enten und Hühner hielt Familie Oels in dem Stall. Die blaue Eingangstür und die Fenster zur Oldenburger Straße hin habe es damals freilich noch nicht gegeben, schildert Oels. Sie seien nachträglich eingebaut worden, weil der Stall später als Garage gedient habe. Die kleine Öffnung, aus der die Hühner auf den Hof gelangen konnten, gibt es aber immer noch.

Frank Jacob Rastede/Wiefelstede / Redaktion Rastede
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