BAD ZWISCHENAHN Wenn eines Tages eine Galerie mit den Porträts jener Menschen erstellt wird, die Bad Zwischenahns Weg zum Kurort Nummer 1 in Niedersachsen mitgeprägt haben, dann darf das Bild eines Mannes nicht fehlen, der jetzt im Alter von 88 Jahren verstorben ist: das von Ernst Bangert.

Die Fährschifffahrt auf dem Zwischenahner Meer geht zurück auf das Jahr 1872. Nach dem 2. Weltkrieg war es Ernst Bangert, der auf folgendem Weg den während des ganzen Krieges ruhenden Fährverkehr belebte: „Im Frühjahr 1948, also vor der Währungsreform, tauschte der Kaufmann Bangert 150 Stühle seiner aufgegebenen Tanzgaststätte gegen das zwölf Personen tragende Motorboot ,Möwe’ und eröffnete mit diesem zu Ostern den Fährbetrieb in bescheidenem Rahmen“, ist in den Chroniken zu lesen. Der gelernte Bankkaufmann Bangert, damals gerade 27 Jahre alt, bewies mit seiner Entscheidung bemerkenswerten unternehmerischen Weitblick: Bereits am 1. April 1949 wurde die neue Firma „Zwischenahner Fähr- und Badebetrieb Ernst Bangert & Co“ im Handelsregister eingetragen. Dem rapiden Anstieg des Fremdenverkehrs entsprechend baute Bangert die Beförderungskapazitäten weiter aus.

Neue Schiffe gekauft

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Er sanierte seine Schiffe, kaufte neue hinzu, und verstand es erfolgreich, sich der Konkurrenz auf dem Meer zu erwehren. Parallel dazu pachtete er (bis 1974) das „Strandcafe“ am Meer. 1960 eröffnete er außerdem eine Agentur der Allianz-Versicherung. Eigentlich hat er bis zu seinem letzten Lebensjahr die Versicherungstätigkeit nie aufgegeben, obwohl er sich offiziell 1986 zur Ruhe gesetzt hatte.

Ein Mann, mit dem sich Bangert quasi blind verstand, war der damalige Zwischenahner Kurdirektor Karl Benke. Die Freundschaft der beiden diente dem Vorteil Bad Zwischenahns. Fester Bestandteil im Jahreslauf war z.B. ein gemeinsamer Kuraufenthalt der beiden in Bad Mergentheim.

Bei all seinen Verpflichtungen nahm sich Bangert stets Zeit für seine Familie und Freunde. Er genoss alljährlich die Urlaube mit seiner Frau Renate und den beiden Töchtern, liebte Geselligkeit, stand den Anforderungen des Lebens positiv gegenüber – und war ein ebenso sozialer wie hilfsbereiter Chef. Und er war sich nicht zu schade, auch selbst seinen Teil bei der Bewirtung der Gäste im „Strandcafe“ (bis zu 1000 Kännchen Kaffee an einem Sonntag) beizutragen. Bad Zwischenahn hat einen verdienstvollen Förderer verloren.

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