Wiefelstede Eine Transfrau bei „Miss Germany“ – was früher undenkbar war, soll zur Normalität werden. Dafür setzt sich Saskia von Bargen aus Wiefelstede ein. Die 18-Jährige nimmt an dem Wettbewerb teil und hat es unter die besten 80 Kandidaten der Ausgabe 2023 geschafft. Vom 21. September bis 24. September ist sie bei der nächsten Runde – dem „Casting Experience“ – in Hamburg.

Den Wettbewerb möchte von Bargen zur Aufklärung nutzen, denn noch immer seien Transpersonen tabuisiert und unterrepräsentiert. „Ich möchte Klarheit schaffen, dass Transfrauen genauso vollwertige Frauen sind wie Frauen, die als solche geboren wurden“, sagt Saskia von Bargen im Gespräch mit unserer Redaktion.

Sie findet, eine Frau solle nicht anhand ihrer primären Geschlechtsorgane als Frau identifiziert werden. Es sei die Persönlichkeit, die eine Frau ausmache.

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Mehr als nur Schönheit

Damit passt sie gut zur Neuausrichtung des „Miss Germany“-Castings, das jährlich von den Miss Germany Studios in Oldenburg organisiert wird. Seit 2019 ist „Miss Germany“ kein reiner Schönheitswettbewerb mehr, sondern eine Auszeichnung für Frauen, die Verantwortung übernehmen und die Welt verändern wollen. Dabei wird auf Diversität wert gelegt.

„Wäre es ein reiner Schönheitswettbewerb, hätte ich nicht teilgenommen“, sagt von Bargen. Auf die inneren Werte komme es an und man solle sich selbst treu bleiben.

Frühes Outing

Dass Saskia von Bargen im falschen Körper geboren wurde, habe sie schon im Kindergarten gemerkt. „Ich habe Mädchenkleidung angezogen und bin zum Fasching als Prinzessin erschienen.“ Ihre Eltern hätten ihren Entschluss, eine Frau zu werden, ernst genommen und sie von Tag eins an gefördert. Vor Freunden, Mitschülern und Bekannten habe sie sich schließlich geoutet, als sie in der sechsten Klasse war. Vereinzelt sei es zu Mobbing gekommen, doch ihr Freundeskreis habe sie aufgefangen. Mithilfe von Psychologen und Ärzten wurden alle geschlechtsangleichenden Maßnahmen durchgeführt. Seit August vergangenen Jahres ist sie biologisch eine Frau, nur innere Geschlechtsorgane wie die Gebärmutter fehlen.

Vorfreude auf Hamburg

In Hamburg erwartet Saskia von Bargen nun neben Foto-Shootings eine Reihe von Interviews zu unterschiedlichen Themen wie etwa Finanzen. Jury-Vorsitzende Jil Andert wird die Teilnehmerinnen in mehreren Formaten „auf den Zahn fühlen.“ Zuschauer können Teile des Castings über einen Twitch-Live-stream verfolgen und über ein Kommunikationstool mit den Teilnehmerinnen interagieren.

Von Bargen freut sich vor allem darauf, die anderen Frauen kennenzulernen. „Da sind tolle Mädels dabei, mit denen ich gerne Meinungen und Ideen austauschen würde.“ Die Frage nach dem richtigen Outfit hat die modebewusste Wiefelstederin offen gelassen. „Da ich bei einem Bekleidungsgeschäft arbeite, bin ich in Sachen Outfit gut aufgehoben.“ Eine konkrete Zielsetzung für das Casting hat von Bargen indes nicht. „Es ist schon etwas Besonderes, als Transfrau überhaupt dabei zu sein“, sagt sie. Sie wolle ein Vorbild für andere Transfrauen sein und die Öffentlichkeit nutzen, um für Trans-Themen zu sensibilisieren.

Florian Fabozzi Volontär, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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