Wiefelstede Vom Namen her sind der Männergesangverein Frohsinn Bokel und sein Pendant, der Männergesangverein Liedertafel 1880 Wiefelstede, reine Männervereine. „Aber wir haben auch Frauen als Mitglieder“, sagt Dieter Buschmann, Vorsitzender des MGV Bokel. Die würden zwar nicht im Chor singen, seien aber passive Mitglieder. Buschmann hofft, sollten die Pläne des Ministers umgesetzt werden, nicht als reiner Männerverein zu gelten und die Gemeinnützigkeit behalten zu dürfen. „Die Gesangvereine kämpfen ums Überleben, und dann kommt die Politik mit so einer aberwitzigen Idee daher. Will man die Vereine kaputt machen?“, schimpft Buschmann.

Die Folgen des Verlustes der Gemeinnützigkeit könnten gerade für kleine Vereine gravierend sein. Sie dürften beispielsweise keine Spendenquittungen mehr ausstellen. Auch müssten sie auf Spenden, Zuschüsse und Mitgliedsbeiträge Einkommenssteuer zahlen. Förderung bekommen die beiden Wiefelsteder Gesangvereine auch von der Gemeinde. „Das sind rund 270 Euro im Jahr. Vom Landkreis Ammerland bekommen wir einen ähnlich hohen Betrag“, weiß der Vorsitzende. Diese Zuwendungen seien an die Gemeinnützigkeit gekoppelt. Beim MGV Frohsinn sind noch 27 Männer aktiv, 85 Mitglieder zählt der Verein insgesamt. „Da soll das Ehrenamt gestärkt werden und dann so was.“

Klaus Stolle, Vorsitzender der Wiefelsteder Liedertafel ist skeptisch, ob der Vorschlag des SPD-Politikers überhaupt in ein Gesetz gegossen wird. Er hat dabei auch die Sozialdemokraten selbst im Blick: „Denen laufen doch schon die Wähler reihenweise weg. Jetzt bringen sie noch die Vereine gegen sich auf.“ Auch der Wiefelsteder Gesangverein hat Frauen als passive Mitglieder in seinen Reihen. 35 Sänger sind aktiv dabei, rund 80 Personen zählt der Verein insgesamt. Wie der MGV in Bokel ist auch die Liedertafel ein eingetragener Verein. „Ich kann das nicht nachvollziehen, was so ein Vorstoß soll“, ärgert sich auch Klaus Stolle über die Idee des Bundes-Finanzministers. „Ich habe Sonntag noch einen Sangesbruder getroffen, der hat sich richtig darüber aufgeregt.“ Scholz hatte seine Pläne in einer Sonntagszeitung publik gemacht.

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Jens Schopp Redakteur / Redaktion Rastede/Wiefelstede
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