Wiefelstede /Metjendorf Heutzutage zuckelt Frerich Janßen mit dem Rollator los, um etwa Wahlbenachrichtigungen an hunderte Haushalte in seinem Bezirk zu verteilen. „So mache ich sogar noch Sport und bekomme Bewegung“, erzählt der Metjendorfer. Der 79-Jährige, den viele Fred oder – wegen seines eher seltenen Vornamens – versehentlich auch schon mal „Herrn Frerichs“ nennen, ist seit 25 Jahren Bezirksvorsteher im Bezirk Metjendorf II – und hält als „lüttjer Bürgermeister“ den Kontakt zwischen Gemeindeverwaltung und Einwohnern aufrecht. Jetzt wurde er von Bürgermeister Jörg Pieper anlässlich dieses Jubiläums im Rathaus empfangen.

Früher, da waren die Aufgaben eines Bezirksvorstehers deutlich umfangreicher, weiß auch Heinz Friedrichs. Der Bokeler ist Sprecher der insgesamt 20 Bezirksvorsteherinnen und -vorsteher der Gemeinde Wiefelstede – und bereits seit mehr als 40 Jahren dabei. Auch er war ins Rathaus gekommen, um wie der Bürgermeister Danke zu sagen für das langjährige ehrenamtliche Engagement Janßens, der im Alter von 54 Jahren zum Bezirksvorsteher für Metjendorf II wurde. „Mein Nachbar Fidi Noffke war damals gestorben. Der war Bezirksvorsteher – und ich wurde sein Nachfolger,“ erinnert sich Janßen an die Anfänge.

Wie Friedrichs weiß er noch um die früher deutlich umfangreicheren Aufgaben. Alljährlich gab es die heute nicht mehr praktizierten Haushaltszählungen, um die Gemeinde mit stets aktuellen Daten über die Anzahl der Personen pro Haushalt oder über Hundehaltung und auch Tierbestände auf Höfen zu versorgen. „Damals kannten wir noch alle Menschen in unseren Bezirken“, wissen Friedrichs und Janßen. Auf dem Land sei das vereinzelt auch heute noch so, in den Siedlungsgebieten jedoch könne man schon wegen der Häuserdichte gar nicht mehr alle kennen, wissen die beiden.

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Heutzutage müssen nicht nur Wahlbenachrichtigungen an die Haushalte verteilt, sondern auch die Karten für den jährlichen Seniorennachmittag der Gemeinde in Spohle verkauft werden. Wie seine 20 Kolleginnen und Kollegen – auch sechs Frauen sind dabei – besucht er ein- bis zweimal im Monat auch hochbetagte Einwohner ab 90 Jahre und Hochzeitsjubilare ab der „Goldenen“ , um zu erfahren, ob ein Besuch des Bürgermeisters erwünscht ist. „Da bleibt man in Kontakt mit den Menschen“, freut sich der Metjendorfer, dem das Ehrenamt bis heute Spaß macht.

So will er denn auch weitermachen – „so lange ich noch laufen kann“, lacht der 79-Jährige, der sich auch in anderen Bereichen engagiert, etwa gemeinsam mit Ehefrau Karin bei der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“. Und Heiligabend, da gestalten beide wieder den Abend im Heinrich-Kunst-Haus in Ofenerfeld mit – für jene, die dann nicht allein sein wollen oder nicht zu Hause sein können. „Langeweile haben wir nie“, spricht er da auch für seine Frau Karin.

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