Wiefelstede „Wir müssen etwas machen, wir rennen den Plätzen hinterher“, mahnte Sigrid Lemp am Montagabend im Wiefelsteder Rathaus die Mitglieder des Ausschusses für Generationen und Soziales. Die Leiterin des Fachbereichs „Arbeit, Familie und Soziales“ präsentierte die Entwicklung der Kinderzahlen in der Gemeinde zum Stichtag 1. Oktober. Der Nord- und der Südbereich der Gemeinde entwickelten sich unterschiedlich, vor allem in Metjendorf, Ofenerfeld und Heidkamp seien die Krippenplätze stark nachgefragt.

„Circa 25 angemeldete Kinder konnten für das Kindergartenjahr 2017/2018 nicht aufgenommen werden, ebenso wie für 15 angemeldete Kinder ab 1 Jahr kein Tagespflege- oder Krippenplatz mehr zur Verfügung stand“, hieß es von der Verwaltung. Und Sigrid Lemp berichtete bereits jetzt von Anmeldungen im Süden der Gemeinde. „Es kommt und wird in Zukunft zu Absagen kommen, aber da müssen wir durch. Die neue Kindertagesstätte fällt nicht vom Himmel“, so die Fachbereichsleiterin.

Sie tröste die Eltern derzeit mit der Hoffnung, dass die neue Kita in Metjendorf im Februar 2019 fertig wird. „Für viele Familien ist das ein hartes Brot“, so Lemp. Auch im nördlichen Teil der Gemeinde seien alle Plätze in allen Einrichtungen derzeit voll belegt. „Trotz der Erweiterung im Kindergarten Thienkamp fehlen im Einzugsgebiet rechnerisch Plätze“, sagte Lemp. Förderlich für diese Entwicklung sei auch der Zuzug von Flüchtlingen gewesen. „Wenn diese Familien wirklich hierbleiben, werden wir recht zügig aufrüsten müssen“, erläuterte Lemp weiter.

Erweiterung nötig?

Es könnte über eine erneute Erweiterung des Kindergarten Thienkamp und über eine vierte Gruppe nachgedacht werden. Auch die Kindergärten Gristede und Spohle sind derzeit und wahrscheinlich auch in den kommenden Jahren voll ausgelastet. Die Ausschussmitglieder empfahlen dem Verwaltungsausschuss, die Entwicklung der Zahlen zur Kenntnis zu nehmen.

Ebenfalls zur Kenntnis nahm der Ausschuss die Haushaltsplanung 2018 und die Finanzplanung 2019. Da die Gemeinde ein Defizit im Ergebnishaushalt von derzeit rund 1,5 Millionen Euro zu verzeichnen hat, sollten für jeden Fachbereich Einsparungsmöglichkeiten vorgelegt werden, die von den Ausschüssen beraten werden sollten. Auf dem Prüfstand standen am Montagabend einige geplante Sanierungen in den Kindertagesstätten, die Stellen für Bundesfreiwillige und für FSJ-ler, der Zuschuss der Gemeinde für das Mittagessen in Schulen, Kindergärten, Hort und Krippen für bedürftige Kinder. Sylvia Bäcker (UWG) forderte von dem Ausschuss, Verantwortung für den Haushalt zu übernehmen. Es sei der falsche Ansatz, die Entscheidung an den Finanzausschuss weiter zu schieben. Sie forderte eine Anpassung der Elternbeiträge, über diesen Punkt sollte eigentlich erst wieder 2018 abgestimmt werden.

SPD: keine Erhöhung

Dem widersprach Jörg Weden (SPD): Er wolle nicht an den Gebühren für den Kindergarten drehen, außerdem sei er gegen die Streichung von FSJ-Stellen. Ausschussvorsitzender Manfred Rakebrand (SPD) machte deutlich, dass für ihn auch die Zuschüsse zum Mittagessen nicht zur Disposition stünden. „Wir diskutieren über Zahlen, die sich im Finanzausschuss noch verändern“, erläuterte Rakebrand, dass eine Haushaltsberatung zu diesem Zeitpunkt nicht zielführend sei. Auch Bernd Kossendey (CDU) wies mit Blick nach Hannover auf die Koalitionsverhandlungen hin, die wahrscheinlich Auswirkungen auf den Wiefelsteder Haushalt haben werden.

So wurden der Haushalt 2018 sowie die Finanzplanung 2019 bei acht Ja-Stimmen, zwei Enthaltungen und einer Nein-Stimme vom Ausschuss zur Kenntnis genommen.

Mareike Wübben Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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