Wiefelstede Neu gestalten und mehr als bislang zu einem offeneren Ort der Begegnung mit der Geschichte machen möchte die Gemeinde den Denkmalsplatz zwischen Glockenturm und Rudolf-Bultmann-Haus in der Wiefelsteder Kirchstraße, sagt Bürgermeister Jörg Pieper. Dort stehen steinerne Ehrenmale zum Gedenken an die Gefallenen gleich dreier Kriege: des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 sowie des Ersten und des Zweiten Weltkriegs.

Förderungüber „Leader“?

Namen der Gefallenen aus der Gemeinde sind darauf eingemeißelt. Die meisten Menschen laufen an dieser exponierten Stelle im Ort zwischen St. Johannes-Kirche und Rathaus das Jahr über meist achtlos vorbei. Lediglich am Volkstrauertag im November wird dort von örtlichen Vereinen der Opfer der Kriege gedacht. Dieses im Eigentum der Gemeinde befindliche Grundstück im Herzen des Hauptortes soll nun – möglichst mit Fördermitteln aus dem europäischen „Leader“-Programm – neu gestaltet werden. „Eine Förderung wird geprüft“, sagt Pieper.

Wie er im Gespräch mit der NWZ erklärt, habe die Gemeinde bereits zweimal zu Arbeitskreissitzungen zum Thema eingeladen – Vertreter der örtlichen Vereine, der Kirche und der Ratsfraktionen hätten über mehrere Vorschläge der Verwaltung beraten sowie eigene Ideen diskutiert. „Bislang ohne konkretes Ergebnis“, wie Pieper erklärt.

Bei einer Neugestaltung, „bei der wir das Ensemble weder zerstören noch entfernen wollen“, müssten auf jeden Fall denkmalschützerische Belange berücksichtigt werden, sagt der Bürgermeister. Das hätten Nachfragen beim Landkreis bereits eindeutig ergeben. Noch wurde das Thema nicht öffentlich im Fachausschuss diskutiert. „Das wird aber auf jeden Fall geschehen“, sagt Pieper: „Es kommt auf die Tagesordnung.“

Seit 1967 unverändert

Die Anordnung der Gedenksteine und Kriegerdenkmale, wie sie heute auf dem Denkmalsplatz stehen, geschah bereits 1967, wie auch aus der Chronik des Ortsbürgervereins Wiefelstede zum 50-jährigen Bestehen im Jahr 2003 hervorgeht. Verfasst hatte sie der Wiefelsteder Heimatforscher Wilfried Harms. Bereits 1957 wurde dort zunächst die Gedenkstätte für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs errichtet. Bei der Einweihung am Volkstrauertag 1957, über die die NWZ damals berichtete, „legte Bürgermeister (Heinrich) Klarmann namens der gesamten Bevölkerung das Gelöbnis ab, dass die Kriegstoten der Gemeinde nicht vergessen sein und dass die Gedenkstätte, die ihnen geschaffen worden ist, in Ehren gehalten werden solle“. Je sechs Steintafeln auf beiden Seiten des Platzes mit den Namen der Toten aus der Gemeinde, führten zu dem zweiteiligen Ehrenmal an der Stirnseite. „Die Gemeinde Wiefelstede“ steht auf dem einen, „Ihren Gefallenen“ auf der anderen Seite.

Erweitert wurde die Anlage dann 1967. Das Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs aus der Gemeinde, das 1922 zunächst an der Einmündung Hauptstraße/August-Hinrichs-Straße dort errichtet worden war, wo heute das „Trattoria da Osvaldo“ steht, zeigte einen auf einem quadratischen Sockel knieenden „Krieger“. Es wurde damals noch von einem von vier Säulen getragenen Dach „beschützt“, wie Harms schreibt. Bis 1967 stand es dort, dann wurde es zum heutigen Denkmalsplatz umgesetzt – aus Platzgründen, „aber auch wegen des Gesamtbildes“, ohne sein säulengetragenes Dach. Und auch der alte Obelisk zur Erinnerung an die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71, der zuvor nicht weit entfernt vom heutigen Standort vor der alten Schule vorm Glockenturm der Kirche gestanden hatte, wurde – ohne seinen aus Felssteinen aufgeschichteten Sockel – in die neue Anlage integriert. Die Kirchengemeinde hat ein Foto, das den erweiterten Denkmalsplatz – noch ohne Bewuchs – im Jahr 1968 zeigt.

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