Westerstede Die Freude stand Hinrich Röben und Karl-Heinz Matten ins Gesicht geschrieben: Seit Monaten setzen sich die beiden Männer stellvertretend für viele andere Ehrenamtliche ein, um die Ehrenamtskarte ins Ammerland zu holen. Immerhin ist die Karte in Niedersachsen eher die Regel als die Ausnahme: Nur sechs Landkreise und kreisfreie Städte haben die Karte bisher noch nicht im Gebrauch – das Ammerland gehört dazu.

Am Mittwochnachmittag gab nun auch der Ausschuss für Sport und Kultur des Landkreises grünes Licht – und damit Grund zur Freude: „Die Niedersächsische Ehrenamtskarte wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt eingeführt. Die Kreisverwaltung wird beauftragt eine diesbezügliche Vereinbarung mit dem Land Niedersachsen abzuschließen“ lautet der Beschlussvorschlag, der einstimmig bei nur einer Enthaltung nun noch im Kreistag am Donnerstag, 5. Dezember, endgültig auf den Weg gebracht werden muss.

„Da hat sich die Arbeit gelohnt“, resümiert Röben, der die Sitzung nutzte, um Landrat Jörg Bensberg eine Unterschriftenliste zu überreichen.

Während Röben und Matten im Vorfeld beim Land Niedersachsen in Erfahrung gebracht hatten, dass die Einführung nicht mit zusätzlichen Kosten verbunden sei, machte Bensberg hingegen eine Rechnung auf: Demnach kostet die Einführung den Landkreis 11 000 Euro. Darunter fällt auch, dass das Ammerland andenkt, den Ehrenamtskarteninhabern 100 Freikopien und Drucke pro Jahr zur Verfügung zu stellen sowie kostenlose Beglaubigungen und Fahrsicherheitstraining – das kostet, und zwar geschätzte 2500 Euro.

Der Löwenanteil entfällt aber mit 7700 Euro auf Personalkosten: 20 Minuten rechnet die Verwaltung pro Antragstellung – bei 520 kalkulierten Fällen ergibt das 173 Arbeitsstunden. Bensberg betont: „Die Ehrenamtskarte ergänzt lediglich das vielfache Engagement des Landkreises im Bereich Ehrenamt.“

Bei der Abstimmung enthielt sich lediglich UWG-Ausschussmitglied Sylvia Bäcker: „Mit der Einführung der Ehrenamtskarte gerät einiges in Schieflage.“ Wer eine Karte beantragt, muss Voraussetzungen füllen – unter anderem mindestens fünf Stunden in der Woche oder 250 im Jahr eine ehrenamtliche Tätigkeit ausüben. Bäckers Einwand: Die vierstündige ehrenamtliche Arbeit eines Berufstätigen sei mindestens so wertig wie das fünfstündige Engagement eines Rentners: Aber nur Letzterer würde die Karte bekommen, der Berufstätige hingegen geht leer aus. „Gerecht ist das nicht“, so Bäcker.

Dass momentan nur wenige Ammerländer Unternehmen und Einrichtungen Vergünstigungen für Karteninhaber anbieten, liegt auf der Hand: Schließlich gab es die Karte bisher noch nicht. „Das wird sich mit der Einführung ändern“, ist Röben überzeugt.

Katja Lüers Redakteurin / Redaktion Westerstede
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