Westerstede „Kinder an die Macht“: 1986 katapultierte sich Herbert Grönemeyer mit diesem Liedtext in die deutschen Charts – der Inhalt ist 2019 aktueller denn je: Junge Menschen wie die schwedische Greta Thunberg oder die deutsche Luisa Neubauer skandieren längst die inhaltliche Neuauflage des Grönemeyer-Songs: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut.“

Und auch der Ammerländer Nachwuchs will gehört werden: So erreichten Bürgermeister Michael Rösner am Mittwochnachmittag im Rathaus mehr als 120 Wunschkarten unter dem Motto: „Wenn ich Bürgermeister von Westerstede wäre, würde ich....“. Initiiert hatte die Aktion der Kinderschutzbund Ammerland in Zusammenarbeit mit der Brakenhoffschule. „Und welcher Tag zur Übergabe eignet sich besser als der internationale Tag der Kinderrechte?“, sagte Morena Stillke-Boguslawski als Geschäftsführerin vom Kinderschutzbund. Unterstützt wurde sie von den drei Grundschülern der Brakenhoffschule Levke Jaßen, Lea Ziese und Philipp Stuchly sowie von Johanna Ritschel vom Kinderrat und vom Kinderbürgermeister Thomas Wilhelm.

Auch wenn Erwachsene gern über Kinderwünsche wohlwollend lächeln, verdeutlichten die Kartenzuschriften, wie viel Gedanken sich die Mädchen und Jungen um ihre Heimat machen: „Wäre ich Bürgermeister von Westerstede, würde ich mich für stromfreie Autos, den Erhalt der Grünflächen, eine geringere Bebauung und mehr Kultur einsetzen“, schreibt ein Grundschüler. Die neunjährige Lea würde einen Wald pflanzen, Philipp (9) die Ferienpassaktion unbedingt weiterführen und Levke (9) würde sich für ein plastikfreies Westerstede einsetzen. Und auch eine – von der Politik bereits diskutierte – übersichtlichere Kreuzung an der Peterstraße stand auf der „To-Do“-Liste – konkrete Wünsche für die Gegenwart und Zukunft.

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Kinder an die Macht

Einen schriftlichen Antrag stellte Johanna Ritschel im Namen des Kinderrats Westerstede. Souverän und deutlich verlas die Zwölfjährige das Anliegen: „Der Kinderrat bittet darum, dass beim Kauf von Arbeitskleidung auf fair produzierte Kleidung geachtet wird.“ Faire Löhne für die Familien, Arbeitssicherheit und Verzicht auf Kinderarbeit sollte künftig eine Selbstverständlichkeit in der Fair-Trade-zertifizierten Stadt Westerstede sein. „Ein Label: ,Wir tragen faire Arbeitskleidung’ würden wir richtig gut finden“, so die Schülerin.

Rösner zeigte sich von den vielen verschiedenen Ideen nicht nur begeistert, sondern will einige der Punkte konkret in die Gremien im Rat tragen. So kündigte er an, zeitnah Vorgespräche in Sachen fair produzierte Arbeitskleidung mit dem Bauhof zu führen, da dort die meiste Arbeitsbekleidung benötigt werde.

Der Bürgermeister ging aber – zur Überraschung der Kinderschutzbund-Vorsitzenden Friederike Meiwald – noch einen Schritt weiter. Seit Jahren wünscht sich der Kinderschutzbund vergebens, dass Lokalpolitiker die Patenschaft für Kinderrechte übernehmen: „Recht auf Gesundheit, Recht auf elterliche Fürsorge oder das Recht auf Betreuung bei Behinderung – es gibt so viele Kinderschutzrechte, die wir gerne bekannter machen würden“, so Meiwald. Da könne man die Unterstützung der Ratspolitiker gut gebrauchen. Rösner zeigte sich von der Idee „Ein Politiker – ein Kinderrechts-Pate“ begeistert, spielte den Ball aber zunächst zurück an Meiwald: „Wenn Sie mir eine gute Grundlage liefern, versuche ich den Rat für diese tolle Idee zu gewinnen.“

Katja Lüers Redakteurin / Redaktion Westerstede
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