Vreschen-Bokel /Apen „Ich versichere Ihnen, dass an dieser Stelle etwas Akzeptables und Schönes für Vreschen-Bokel entstehen wird. Wenn das Projekt vollständig umgesetzt wurde, sind alle Einwände, die es jetzt noch gibt, vergessen“, sagte Peter Finkernagel, Geschäftsführer und Alleininhaber des Stahlwerks Augustfehn.

Das Projekt, das auf einer 3,2 Hektar großen Fläche an der Hauptstraße und der Straße Zwischen Graben entstehen soll, hatte Finkernagels Tochter Nicola Gagliardo in der jüngsten Sitzung des Aper Bauausschusses vorgestellt.

2012 hatte die Stahlwerk Augustfehn GmbH den Reithof Brumund erworben und wollte ihn weiterführen. Doch nach intensiven Untersuchungen der Bausubstanz wurde entschieden, die Anlage komplett zu erneuern. Das Haupthaus wurde bereits saniert, die beiden Nachbarhäuser sind abgebrochen worden.

Auf dem Gelände soll nun ein gewerblicher Pensionshof entstehen, eine Genehmigung für die Haltung bis zu 28 Pferde läge vor, so Nicola Gagliardo. Unterbringen wolle man dort jedoch nur bis zu 20 Pferde. Ein 20 mal 60 Meter große Reithalle und Stallungen sollen gebaut werden, ein Café soll entstehen, Paddocks, Weiden und eine kleine Galopprennbahn hergerichtet werden. Zum neuen Reiterhofgelände gehört nicht nur dass Eckgrundstück Hauptstraße/Zwischen Graben, sondern auch ein gegenüberliegender Streifen an der Straße Zwischen Graben. Auch hier sei Platz für Weiden und einen Außenreitplatz, so Gagliardo. Um das Projekt Reiterhof auf eine breitete finanzielle Basis zu stellen, sollen nicht nur an der Hauptstraße ein bis zwei, sondern auch an beiden Seiten der Straße Zwischen Graben fünf kleine Wohnhäuser entstehen. In diesen Gebäude sollen Freunde des Reitsports leben können.

Als erstes sollen die Reithalle mit Stallungen und Café sowie die umliegenden Außenflächen entstehen. In einem zweiten Schritt seien die Häuser an der Hauptstraße und zusätzliche Gebäude für die Pferdehaltung sowie eine Bewegungsanlage geplant, in einem dritten Schritt die Häuser an der Straße Zwischen Graben.

In der Ausschussdiskussion und in der Einwohnerfragestunde gab es sowohl Lob und Kritik. Frerich Wilken (UWG) lehnte das Vorhaben ab, weil die Fläche für Pferdehaltung zu klein sei und aus baurechtlicher Sicht die neuen Wohnhäuser nahe der Reithalle nicht sinnvoll seien. Außerdem gäbe es bereits drei Vollerwerbsbetriebe im Dorf, die durch die Immissionen des neuen Projekts nicht eingeschränkt werden dürften. Johann Hasselhorst befürwortete das Vorhaben, das in drei Schritten erfolge. Hartmut Orth (UWG) und Karl-Hermann Reil (CDU) sprachen sich dafür aus, dass das Projekt bei einer Bürgerversammlung auf breiter Basis in der Öffentlichkeit diskutiert werden solle. Skeptisch sah Klaus Harms (UWG) das Vorhaben wegen der massiven Reithalle und der Wohnbebauung. Bürgermeister Matthias Huber erklärte, dass es bei dem Vorhaben zum einen um die fachliche Betrachtung ginge. Durch die notwendigen Lärm- und Geruchsgutachten könne man feststellen, ob ein solches Vorhaben an diesem Standort möglich sei. Zum anderen ginge um den politischen Willen, darum, ob der Rat ein solches Projekt wolle. Das Thema Immissionen wurde von Zuhörern angesprochen.

Der Bauausschuss empfahl mehrheitlich bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung, das baurechtliche Verfahren einzuleiten. Die Politik ist nun aufgefordert, sich zu dem Projekt zu positionieren.

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Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
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