Rastede Seit acht Monaten sind Schiedsfrau Silvia Heinemann und ihr Stellvertreter, Schiedsmann Rainer Meining, nun im Amt. Seitdem hat sich schon einiges getan. „Am Anfang war es noch ein bisschen ruhiger, aber mittlerweile rufen wirklich viele Leute an und wollen unsere Hilfe in Anspruch nehmen“, sagt Heinemann. Die 57-Jährige sagt, die Arbeit als ehrenamtliche Schiedsfrau sei genau ihr „Ding“: „Ich mag es gerne, wenn mich jemand um Hilfe bittet und ich dann auch wirklich helfen kann.“

Schiedsleute werden dort tätig, wo sich Menschen streiten, etwa wegen Grundstücksgrenzen, herüberwachsender Pflanzen oder zu hoher Hecken. Aufgabe ist es dann, die streitenden Parteien unter einen Hut zu bringen. Dafür muss man kein Jurist sein, sollte aber über Menschenkenntnis verfügen. Ziel ist es, die Gerichte zu entlasten und Konflikte direkt vor Ort zu lösen. „Redet miteinander. Das kann ich nur immer wieder betonen“, sagt Rainer Meining (69). Und wenn man einmal nicht mit seinem Nachbarn reden kann oder will, dann kann man sich an die Rasteder Schiedsleute richten – Heinemann und Meining reden mit den Parteien, vermitteln und versuchen, bei der Lösungsfindung behilflich zu sein.

Schiedsleute beim Ellernfest

Beim Ellernfest, das vom 6. bis 8. September in Rastede stattfindet, wollen die beiden Schiedsleute ihre Arbeit vorstellen.

Heinemann und Meining werden das ganze Wochenende über vor Ort sein, Info-Material verteilen und wollen dabei mit den Rastedern ins Gespräch kommen.

Wer die Hilfe der Rasteder Schiedsleute in Anspruch nehmen möchte, erreicht Silvia Heinemann unter Telefon   0 44 02/ 8 36 49 und Rainer Meining unter Telefon   0 44 02/ 15 81

„Wenn sich jemand an uns wendet, ist das Tür-und-Angel-Gespräch der erste Schritt“, so Heinemann. Dabei agieren die Schiedsleute als Mediatoren. Sie arbeiten im Team und unterstützen sich in ihrer Arbeit gegenseitig. „Entweder verabreden wir uns dafür im Rathaus – ein neutraler Ort – oder kommen zu den Parteien nach Hause“, sagt die 57-Jährige. Führt dieses Gespräch zu keiner Lösung, muss ein Schlichtungsverfahren beantragt werden. „Derzeit haben wir fünf laufende Verfahren“, sagt die Schiedsfrau. Gescheitert sei ein solches Verfahren bisher noch nicht. „Die Arbeit macht viel Spaß. Wir machen oft die Erfahrung, dass die Bürger ihr Anliegen einfach mal loswerden wollen und sich bei uns das erste Mal so richtig ernstgenommen fühlen“, sagt Heinemann.

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Rund acht Stunden in der Woche nehme das Ehrenamt derzeit in Anspruch. Rund 50 Personen haben die Hilfe der beiden Rasteder Schiedsleute bereits in Anspruch genommen. „Wir werden von der Gemeinde dabei super unterstützt und haben auch schon viele Schulungen besucht“, so Schiedsfrau Heinemann. Besonders ein selbstbewusstes Auftreten sei bei ihrer Arbeit wichtig. „Manchmal haben wir die Situation, dass die Probleme so tief sitzen, dass sich die Nachbarn nicht einmal angucken können“, sagt sie. „Da kann es durchaus auch mal sehr emotional werden. Aber wenn sich beide Parteien am Ende des Gesprächs dann sogar die Hand geben, haben wir das Gefühl, dass wir helfen konnten“, ergänzt Meining.

Chelsy Haß Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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