Rastede Für einen Wandel in der Klimapolitik sind am Freitag in Rastede nach Angaben der Veranstalter rund 500 Schüler und Erwachsene auf die Straße gegangen. Sie waren einem Aufruf des Organisationsteams „FridaysforFuture Rastede“ gefolgt. Weltweit beteiligen sich freitags überwiegend junge Menschen an den Kundgebungen unter dem Motto „Fridays for Future“, um gegen die aktuelle Klimapolitik zu demonstrieren.

„Wir haben uns eingeredet, wenn wir mal mit dem Fahrrad fahren, den Müll trennen und diese Woche auch schon einmal vegetarisch unterwegs waren, dann bekommen wir das schon hin“, rief Schüler Stefan Mester vom Rasteder Organisationsteam den Teilnehmern an der Kundgebung vor dem Rathaus zu und machte deutlich: „Aber Nein, das reicht eben nicht.“

Die Demonstration war zuvor auf dem Schulhof der Kooperativen Gesamtschule gestartet. „Unsere Generation ist es, die es am Ende ausbaden muss“, sagte Schülerin Viola Kuiper vom Organisationsteam in Rastede und betonte: „Wir kommen der Klimakatastrophe immer näher. Wir müssen jetzt handeln.“

An der Demonstration, die – abgesichert von der Polizei – von der KGS zum Rathaus führte, nahmen neben Schülern auch Lehrer und weitere Erwachsene teil. „Ich bin aus Überzeugung dabei. Das ist eine sehr gute Initiative“, sagte etwa Markus Janout.

Auf dem Weg zum Rathaus riefen die Schüler: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut.“ Auf den zahlreichen Schildern und Transparenten standen Aussagen wie „Die Dinos dachten auch, sie hätten noch Zeit“ oder „Kohle ist für Hohle“. Zu den Forderungen von „Fridays for Future“ gehört unter anderem, dass bis 2035 die Energieversorgung vollständig durch erneuerbare Energien und der Kohleausstieg bis 2030 erfolgen soll.

Bei der Kundgebung vor dem Rathaus sagte Stefan Mester: „Trotz der Ignoranz und der Verweigerung, sich dem Thema Rettung der Erde anzunehmen seitens der Politik, besteht große Hoffnung. Diese Hoffnung sind wir. Durch uns ist das Thema überhaupt erst in die Medien, in die Gesellschaft gerückt. Und deshalb müssen wir weitermachen.“ Viel Beifall gab es vor dem Rathaus auch für einen Poetry Slam, den Melina Gudatke vortrug.

Schulleiter Gerd Kip hatte die Lehrkräfte der KGS mit einem Schreiben über die geplante Demonstration informiert und darauf hingewiesen, dass das mit einer eventuellen Teilnahme verbundene Fehlen der Schüler im Unterricht gegen die Schulpflicht verstoße. „Die Bewertung der Gratwanderung zwischen der Wahrnehmung politischer Interessen durch Schülerinnen und Schüler für ein wichtiges Thema und der Verpflichtung zum Schulbesuch“ lege er aber in die pädagogische Entscheidung der Lehrkräfte. Nach Auffassung Kips trage die Demonstration sicherlich auch zur Bewusstmachung der Thematik Umwelt- und Klimaschutz bei Schülerinnen und Schülern bei und werde deshalb auch Gegenstand der aktuellen und zukünftigen unterrichtlichen Auseinandersetzung sein.

Unter einem Live-Video von der Demonstration auf der Facebook-Seite der Ammerländer Nachrichten wurde unterdessen auch Kritik an der Schüler-Demonstration laut. „Kann man den Irrsinn nicht verbieten“, fragte etwa ein Nutzer.

Die Kundgebung am Freitag war die zweite Demonstration unter dem Motto „Fridays for Future“ in Rastede. Bei der ersten Demo im März hatten mehr als 300 Schüler gestreikt. Voraussichtlich vor den Sommerferien soll es eine weitere Kundgebung in Rastede geben, sagte Stefan Mester am Freitag. Ein Termin stehe aber noch nicht fest.


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Frank Jacob Rastede/Wiefelstede / Redaktion Rastede
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