Wiefelstede „Die Wartezeiten für die Teilnahme an einem Integrationskurs sind für diejenigen Flüchtlinge, die bereits eine Aufenthaltserlaubnis haben, viel zu lang“, sagt Sigrid Lemp. Die Leiterin des Amtes für Arbeit, Familie und Soziales im Wiefelsteder Rathaus würde sich da ein deutlich größeres, auch sprachlich differenzierteres Angebot wünschen. „Wir arbeiten daran, einen Kurs auch in Wiefelstede anbieten zu können“, sagte Lemp am Dienstag im Gespräch mit der NWZ .

Die Arbeit der Kommune in Sachen Flüchtlinge setze nun, da der Zustrom fast auf Null gesunken ist, neue Schwerpunkte. „Weg von der anfangs schwierigen Suche nach Wohnraum“, macht Lemp deutlich, dass mit der mehr als erfüllten, aktuellen Aufnahmequote und einer entspannteren Unterbringungssituation als noch im Frühjahr die Integration stärker in den Vordergrund rückt.

Derzeit 334 Flüchtlinge

334 Menschen, die allesamt einen Asylantrag gestellt haben, sind derzeit in der Gemeinde untergebracht. 112 von ihnen haben bereits einen Aufenthaltstitel erhalten. Sie müssen nun ihren Wohnsitz noch drei Jahre lang in Niedersachsen behalten. „Fast alle leben auch noch in der Gemeinde“, weiß Lemp.

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Für die Unterbringung aller Flüchtlinge wurden auch rund 45 Wohnungen angemietet, der ehemalige „Dringenburger Krug“ umgebaut und fünf Mobilheime angekauft. „Wohnungsleerstände gibt es derzeit praktisch nicht“, erklärt Lemp: „Wir nutzen die Kapazitäten, um beengte Wohnverhältnisse zu entzerren.“ Das gilt auch für den „Dringenburger Krug“, wo noch im Frühjahr mehr als 60 Flüchtlinge lebten. Heute sind es noch 25. „Auf Dauer hätten wir dort so viele Menschen nicht wohnen lassen können“, räumt Lemp ein.

Abgelehnte Anträge

Vor allem aus den Balkanstaaten gibt es auch eine ganze Reihe von Familien, deren Asylanträge abgelehnt wurden oder die freiwillig ausgereist sind: Das sind elf Personen aus Serbien, 13 aus dem Kosovo, sechs aus Montenegro und zwei aus Albanien. Auch eine sechsköpfige Familie aus dem Irak wollte zurück in die Heimat, kam nach Angaben Lemps mit der Mentalität im Gastland nicht zurecht.

Noch nicht abgeschlossen sind derzeit die Asylverfahren von 14 afghanischen, sieben irakischen und sieben syrischen Familien, gab der Fachbereich in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Generationen und Soziales einen Zwischenstand vom Oktober dieses Jahres. Lemp: „Wir gehen davon aus, dass auch für diese Familien Aufenthaltstitel erteilt werden.“

Mit Titel zu Hartz IV

Mit dem Erhalt des Aufenthaltstitels erhalten die Menschen keine Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz mehr, sondern bekommen Arbeitslosengeld II (Hartz IV) – und sind eben zur Teilnahme an einem Integrationskurs verpflichtet. Wie der Fachbereich im Ausschuss weiter ausführte, erfolge nach Ende des Kurses der Versuch, die Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Dazu – so Lemp – habe das Jobcenter des Landkreises ein „Fallmanagement Migration“ installiert, das sich speziell um diesen Personenkreis kümmere.

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