Bad Zwischenahn Bad Zwischenahn wird keine „Ehrenamtskarte“ bekommen. Die SPD scheiterte am Dienstagabend im Kultur- und Sportausschuss mit dem Antrag, eine solche Karte nach dem Vorbild der Gemeinde Rastede einzuführen.

Diese Karte erhalten dort Menschen, die seit mindestens einem Jahr ehrenamtlich tätig sind – unentgeltlich und mindestens 150 Stunden im Jahr. Dafür erhalten sie unter anderem kostenlosen Eintritt in die Rasteder Bäder, können kostenlos Bücher in der Gemeindebücherei ausleihen oder Kulturveranstaltungen besuchen.

Eine solche Karte wünschte sich die SPD auch für Bad Zwischenahn, stieß aber auf Gegenwind aus der Verwaltung. Diese habe sich die Ablehnung nicht leicht gemacht, erläuterte Rolf Oeljeschläger, Fachbereichsleiter Zentrale Verwaltung.

Es sei schwer abzugrenzen, wer die Karte erhalten solle und wer nicht – bis zu 1500 Personen könnten die Kriterien erfüllen, schätzt die Verwaltung. Auch sei nicht klar, welche zusätzlichen Defizite bei den Einrichtungen der Gemeinde durch eine solche Karte entstehen könnten.

Wertschätzung für das ehrenamtliche Engagement erbringe die Gemeinde, indem sie Vereinen verlässliche Rahmenbedingungen für ihre Arbeit zur Verfügung stelle. Bürgermeister Arno Schilling verwies auch darauf, dass die Gemeinde eine Sportlermedaille verleihe und er und seine Stellvertreter grundsätzlich Einladungen von Vereinen, zum Beispiel zu Jahreshauptversammlungen annehmen.

Für die SPD-Fraktion erklärte Henning Dierks, die nur wenig kleinere Gemeinde Rastede habe gerade mal 160 Karten ausgegeben und dort falle kaum Verwaltungsaufwand an. Gleichzeitig werde das gesellschaftliche Klima rauer – da sei es wichtig, das Ehrenamt mit zusätzlichen Maßnahmen zu stärken. Ähnlich sahen das auch Arne Keil von den Grünen und Edgar Autenrieb (Die Linke).

Die CDU war skeptisch. Peter Kellermann-Schmidt schlug vor, statt einer Karte lieber eine spezielle Ehrung für besonders engagierte Bürger einzuführen, sein Parteifreund Evert-Geert Wassink bezeichnete dagegen die Forderung nach zusätzlicher Anerkennung für Ehrenamtler als „Gefühlsduselei“. Ehrenamtlichen gehe es schließlich hauptsächlich um die Sache, für die sie sich engagierten. Das Ehrenamt müsse höchste Anerkennung genießen, sagte Diethard Dehnert, aber der langfristige Aufwand für eine Ehrenamtskarte sei nicht abzuschätzen.

Bei fünf Ja- und sechs Nein-Stimmen wurde der Antrag der SPD abgelehnt.

Christian Quapp Redakteur / Redaktion Bad Zwischenahn
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