Hahn-Lehmden Immense Reichweite durch ein Facebook-Video, überregionale Berichterstattung diverser Medien und zielgerichtete Anzeigen in der bundesweiten ärztlichen Fachpresse sowie dem dazugehörigen Online-Portal – doch bislang haben alle Initiativen und die dadurch erlangte Aufmerksamkeit nicht zum erhofften Erfolg geführt: Hahn-Lehmden steht noch immer ohne einen Hausarzt da. Darauf macht die Gemeindeverwaltung aufmerksam.

Ende 2018 war Allgemeinmediziner Wolf-Dietmar Röcher in Rente gegangen und hatte seine Praxis geschlossen. Auch er hatte sich seit längerer Zeit um einen Nachfolger bemüht. Vergeblich. Im November hatte dann Einwohnerin Renate Bolte aus Hahn-Lehmden eine Unterschriften-Aktion gestartet. Ihr „Weckruf“ mündete im Dreh eines Kurzvideos, das große Beachtung fand.

Mit fünf interessierten Medizinern hat die Gemeindeverwaltung seither erste Gespräche über eine mögliche Niederlassung geführt. Inzwischen seien allerdings fast alle wieder abgesprungen. „Aktuell gibt es nur noch einen einzigen Kandidaten“, berichtet Erster Gemeinderat Günther Henkel. Er ist nicht nur Ansprechpartner für Interessenten, sondern steht auch seit längerer Zeit im regelmäßigen Austausch mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), um eine Lösung für die Vakanz im Rasteder Norden zu finden. Auch zu anderen Kommunen, die vor demselben Problem stehen, habe er Kontakt aufgenommen, um sich über mögliche Ansätze zu informieren, teilt die Verwaltung mit.

Allein die magere Ausbeute von nur fünf Interessenten zeige das grundsätzliche Dilemma der Landarzt-Suche: Obwohl das Video auf Facebook unverhofft große Aufmerksamkeit nach sich zog und fast eine Million Personen erreichte, blieb ein Ansturm der Bewerber aus.

Ergänzend schaltete die Gemeindeverwaltung eine Anzeige im Deutschen Ärzteblatt. Das Resultat habe sich zwar sehen lassen können, aber auch nicht den erhofften Erfolg eingebracht. Gerade einmal eine Interessentin habe sich ausdrücklich aufgrund der Anzeige gemeldet, heißt es in der Mitteilung.

Damit schwindet die Hoffnung, noch einen Arzt zu finden, der bereit ist, sich in Hahn-Lehmden niederzulassen, zusehends. Denn die Zeit drängt: Mitte des Jahres läuft die kassenärztliche Zulassung für eine allgemeinmedizinische Praxis in Hahn-Lehmden ab.

Zwei Eisen habe die Gemeinde aktuell noch im Feuer, wie Henkel berichtet: „Anfang März habe ich die nächsten Gesprächstermine“, sagt der Erste Gemeinderat. Zum einen werde er dann von der KVN erfahren, welche Resonanz es auf deren „Ausschreibung für Nachfolgezulassungen in gesperrten Planungsbereichen“ gegeben hat. Außerdem habe die Vereinigung zugesagt, diese Ausschreibung gegebenenfalls noch einmal um weitere drei Monate zu erneuern.

Zum anderen werde Henkel dann noch einmal mit dem letzten verbliebenen Kandidaten in Kontakt treten, der sich direkt bei der Gemeinde gemeldet hatte – und hoffen, dass dieser nach der zurückliegenden Bedenkzeit nicht auch noch abspringt.

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