Hahn-Lehmden Zu einem Antrag der CDU-Kreistagsfraktion, Anreize für die Ansiedlung von Ärzten auf dem Land zu schaffen (NWZ berichtete), bezieht die SPD Stellung. Hintergrund ist die anhaltende Suche nach einem Landarzt für Hahn-Lehmden, da Wolf-Dietmar Röcher seine Praxis zum Jahresende schließt.

Die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Problem „Wie kommt ein Arzt aufs Land“ ist richtig und sollte politisch aufgegriffen werden, schreibt Monika Sager-Gertje in der Stellungnahme. Die medizinische Grundversorgung sei zwar derzeit im Ammerland nicht gefährdet, der aktuelle Bedarfsplan der Kassenärztlichen Vereinigung weise noch eine Überversorgung im Bereich der Hausärzte aus, dennoch dürfe man nicht die Augen davor verschließen, dass auch aufgrund des demografischen Wandels der Bedarf an ärztlicher Versorgung beispielsweise im geriatrischen Bereich steigen werde, aber auch bestehende Praxen mittelfristig nachbesetzt werden müssten.

Unter anderem aus diesem Grund habe die SPD‐-Kreistagsfraktion bereits am 16. April den Antrag gestellt, der Landkreis möge dem Landesprogramm Gesundheitsregion beitreten. „Zur Begründung haben wir seinerzeit u.a. auf den Fachkräftemangel sowohl im medizinischen wie auch im pflegerischen Bereich hingewiesen“, schreibt Monika Sager-Gertje. Ziel einer Gesundheitsregion Ammerland sei die Schaffung eines Netzwerkes aller medizinischen Akteure im Landkreis (Krankenkassen, Kliniken, Ärzte usw.) und die Durchführung von gezielten gemeinsamen Projekten, wie z.B. die Gewinnung von medizinischem und pflegerischem Nachwuchs zur Versorgungssicherstellung.

Der Kreistag hat am 6. Dezember einstimmig die Kreisverwaltung beauftragt, die Einrichtung der Gesundheitsregion Ammerland konzeptionell vorzubereiten und die Anerkennung beim Land zu beantragen. Der Antrag der CDU greife das Thema Sicherstellung der medizinischen Versorgung nur erneut auf. Es sollte ein Projekt der Arbeitsgruppe „Gesundheitsregion“ sein, meint Monika Sager-Gertje.

Die Schaffung von Anreizsystemen ohne eine Einbeziehung der gesundheitlichen Akteure des Landkreises sei wenig zielführend und untergrabe die Zielsetzung einer potenziellen Arbeitsgruppe Gesundheitsregion. Die in dem Antrag erwähnten Landkreise Emsland, Leer, Cloppenburg würden im Übrigen ebenfalls im Rahmen ihrer Anerkennung als Gesundheitsregion agieren, so die SPD.

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