Westerstede Den Bau kostengünstiger Wohnungen vorantreiben oder die Grünanlage rund um die Norderstraße in ihrer jetzigen Ausdehnung erhalten? In dieser Frage konnte der Fachausschuss, der am Montagabend im Westersteder Rathaus tagte, keine Einigung erzielen. Mehrheitlich wurde am Ende einer kontroversen Diskussion zunächst einmal die erneute Auslegung der überarbeiteten Planung beschlossen. Im Sommer wird das Thema dann wieder auf der Tagesordnung stehen.

Nach dem aktuellen Planungsstand – der Ausschuss hatte sich dafür in seiner Sitzung im Februar ausgesprochen – sind im nördlichen Bereich nun kleinere Gebäudeeinheiten mit zwei Vollgeschossen und ausgebautem Dachgeschoss von maximal 10,50 m Höhe geplant. Auf Wohnblocks in so genannter Riegelform wird verzichtet, zudem auf ein Staffelgeschoss. Wie der Planer ausführte, sei die gesamte Baufläche zugunsten des Grüns reduziert worden. Aufgelockert wird auch die Bauweise im südlichen Bereich Richtung Lubinusweg. Hier soll eine Reihenhausanlage von maximal 8,50 m Höhe entstehen. Geschaffen werden insgesamt bis zu 76 Wohnungen.

Im Vorfeld der Beratungen hatte die Bürgerinitiative an die Ausschussmitglieder appelliert, von einer übereilten Bebauung abzusehen. Es stünden Wohnungen in ausreichender Zahl zu Verfügung, erklärte eine Sprecherin und führte als Beleg die Ergebnisse einer Analyse des Wohnungsmarktes an. Die Grünflächen sollten daher in ihrer gesamten Ausdehnung als Naherholungsgebiet für alle Westersteder erhalten bleiben. Eine Unterschriftenliste hatten, wie berichtet, mehr als 2000 Bürger unterzeichnet, davon 78 Prozent aus Westerstede, wie die Stadtverwaltung überprüft hat.

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Verständnis für die Situation der Anlieger und anerkennende Worte für die Arbeit der Bürgerinitiative fanden mehrere Ausschussmitglieder. Allerdings gingen nur einige so weit, von den Planungen Abstand zu nehmen, wie es UWG und Grüne forderten. „Viele Bürger fühlen sich beeinträchtigt. Wir lehnen die Nachverdichtung ab, da zu viel Grünfläche verloren gehen würde“, begründete Hermann Nee (UWG) stellvertretend diese Ansicht. „Wir sollten behutsam mit unserer Stadt umgehen“, warnte Hermann Rust (UWG) vor einer übereilten Bebauung. Darüber hinaus habe die Bäke eine wichtige Funktion für die Entwässerung. Es solle daher sogar überlegt werden, das Gebiet naturnah weiterzuentwickeln. Bedenken äußerte auch Adolf Bauer (SPD). „Wir sollten die Grünflächen nicht antasten, da eine spätere Renaturierung nicht mehr möglich ist“, erklärte dieser. Die veränderte Planung sei nur „Kosmetik“. Eine Entscheidung gegen die Planung forderte auch Christel Ahlers (Grüne).

Auf die Notwendigkeit, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, wiesen die Befürworter hin, darunter Bürgermeister Klaus Groß (FDP). „Jetzt die Planungen zu stoppen, wäre falsch. Wir sollten erst alle Gutachten abwarten und dann entscheiden“, riet Lars Schmidt-Berg (CDU). „In Westerstede gibt es kaum Möglichkeiten, Wohnraum zu schaffen, der finanzierbar ist“, ergänzte Peter Drossen (FDP). Daher müsse ein Kompromiss gefunden werden. Man sei bereits auf Wünsche der Anwohner eingegangen und habe die Planung verändert, betonte Uwe Kroon (SPD).

Eine Anregung von Heino Hots (CDU), ein geplantes Reihenhaus zu teilen, um vom Lubinusweg eine Sichtachse in Richtung Grünanlage zu schaffen, wurde mit Mehrheit angenommen. Die neuen Pläne sind voraussichtlich ab Juni im Rathaus einzusehen.

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Kerstin Schumann Redakteurin / Redaktion Westerstede
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