Edewecht Die Gemeinde Edewecht will einen Sozialarbeiter bzw. eine Sozialarbeiterin für die Begleitung und Betreuung der Flüchtlinge einstellen. Dieser Mann oder diese Frau soll jedoch nicht nur die Vertrauensperson bei allen Themen sein, die die Flüchtlinge bewegen, sondern zugleich auch Ansprechpartner sein für Behörden und die Nachbarn der Gemeinschaftsunterkünfte bzw. Wohnungen und Häuser, in denen Flüchtlinge leben. Einstimmig hatte der Edewechter Gemeinderat beschlossen, diese Stelle aus Gemeindemitteln umgehend einzurichten.

Kurze Diskussion

Vorausgegangen war dem Beschluss eine kurze Diskussion. Grüne-Ratsherr Uwe Martens hatte die Einrichtung der Stelle grundsätzlich begrüßt, gleichzeitig aber darauf verwiesen, dass man in Edewecht von Seiten der Politik deutlichen Nachholbedarf beim Engagement für Flüchtlinge habe. Die Qualität der Unterbringung von Flüchtlingen in den Gemeinschaftsunterkünften müsse stimmen und man dürfe die für Flüchtlinge tätigen Ehrenamtlichen nicht allein lassen.

Dass man in Edewecht wenig für Flüchtlinge tue, wiesen Bürgermeisterin Petra Lausch, CDU-Fraktionsvorsitzender Jörg Brunßen und SPD-Fraktionsvorsitzende Freia Taeger zurück. Sie sagten, dass man sehr weit sei, was das Engagement für Flüchtlinge beträfe. Edewecht sei die erste Gemeinde im Ammerland, die ergänzend zu den Deutschangeboten ehrenamtlicher Helfer Deutschkurse für Flüchtlinge durch die Kreisvolkshochschule anbiete. Auch die neue Stelle für Betreuung der Flüchtlinge werde, weil sie politisch für notwendig erachtet werde, eingerichtet und aus Gemeindemitteln bezahlt. Geld vom Bund oder Land erhalte man für diese Stelle nicht. Als wichtige Aufgabe für die Integration der Flüchtlinge bezeichnete SPD-Ratsherr Dr. Hans Fittje die Stelle und riet dazu, sie mit zwei Halbtagskräften (einem Mann und einer Frau) zu besetzen.

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In ihrem Verwaltungsbericht hatte Bürgermeisterin Lausch in der Sitzung zuvor ausgeführt, dass die Gemeinde Anfang Januar mitgeteilt bekam, dass sie bis Ende September 93 Flüchtlinge aufnehmen müsse. Bereits Ende Februar habe man dann erfahren, dass angesichts steigender Flüchtlingszahlen nicht erst Ende September, sondern bereits im Sommer mit einer neuen Quote zu rechnen sei.

Neue Quote im Sommer

Die Gemeinde habe von den 93 zugewiesenen Flüchtlingen bereits 32 aufgenommen, 61 würden bis zum Sommer nach Edewecht kommen. Wie Petra Knetemann vom Fachbereich Bildung, Bürgerservice und Soziales bei der Gemeinde zur NWZ  sagte, kämen die Flüchtlinge nicht busweise, sondern in kleinen Gruppen. Wenn die Gemeinde signalisiere, dass sie freien Wohnraum für Flüchtlinge habe, würden ihr einige zugewiesen. Das Anmieten oder der Kauf weiterer Wohnungen oder weiterer Häuser für deren Unterbringung sei vordringlichste Aufgabe.

Knetemann wies auch darauf hin, dass die Verweildauer der Flüchtlinge unterschiedlich sei. Für viele anerkannte Flüchtlinge, insbesondere junge Syrer, sei Edewecht Durchgangsstation, weil die jungen Männer in größeren Städten oder den Ballungszentren ihre Ausbildung abschließen bzw. ein Studium aufnehmen wollten.

Derzeit leben 65 Flüchtlinge in der 21600 Einwohner zählenden Gemeinde.

Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
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