Borbeck Eine Nachverdichtung in der Siedlung am Holtkamp in Borbeck soll in Zukunft möglich sein, das empfahl der Ausschuss für Bau und Umwelt am Montagabend.

Die Abstimmung fiel nicht einstimmig aus. Empfohlen wurde der Beschluss, den Bebauungsplan zu ändern, mit zwei Enthaltungen und einer Gegenstimme. Die Mehrheit sprach sich dafür aus – und damit gegen die Meinung der Anwohner. Denn im Mai hatte die Gemeinde ein Stimmungsbild der Anwohner der Straße Holtkamp abgefragt. Die eindeutige Mehrheit wollte damals nicht, dass der dort gültige Bebauungsplan Nr. 11 zum Zwecke einer möglichen Nachverdichtung der Bebauung geändert wird.

Zudem hatten sich Anwohner des Holtkamp und auch der benachbarten Straße Holtwiese im August mit einer Unterschriftenliste an die Gemeinde erneut gegen eine Nachverdichtung am Holtkamp ausgesprochen.

Dass die Mehrheit der Bürger gegen eine Änderung ist, war für Jens-Gert Müller-Saathoff (Grüne) ein Grund, nicht dafür zu stimmen. Bereits vor zehn Jahren sei das Vorhaben deswegen wieder verworfen worden. Ein Antrag der Grünen auf Vertagung wurde am Montag abgelehnt.

„Wir haben Mangel an Bau- und Wohnraum“, setzte dem Hartmut Bruns (FDP) entgegen. Es sei immer noch freiwillig, man könne es in Anspruch nehmen aber müsse nicht. Bruns beschrieb es als sanfte, moderate Entwicklung. Somit spreche sich die FDP-Fraktion dafür aus.

Die SPD-Fraktion sei in diesem Punkt nicht einstimmig gewesen, betonte Fraktionsvorsitzender Jörg Weden. Ein Teil der Fraktion enthalte sich daher. Im Fall Holtkamp müsse man aber Fakten und Gesetzeslage betrachten. Jeder Bebauungsplan habe sieben Jahre Garantie. Einen Zwang zur Umsetzung gebe es nicht und: „Man muss nicht immer in die Fläche gehen.“

Die UWG-Fraktion sprach sich ebenfalls für eine Änderung aus – Mitglied Enno Kruse hobt die Innenflächenbebauung hervor – wie auch die CDU-Fraktion. Letztere habe es sich jedoch ebenfalls schwer getan mit einer Entscheidung, so Jens Nacke.

Aufgrund der Brisanz des Themas waren die Zuschauerplätze im Ausschuss komplett besetzt, größtenteils von Anwohnern am Holtkamp und der Holtwiese.

In der anschließenden Bürgerfragestunde machten einige Anwohner ihrem Ärger Luft. Warum man denn überhaupt ein Stimmungsbild eingeholt habe, wollte ein älterer Anwohner wissen. Außerdem seien in Mollberg großzügige Grundstücke geplant, am Holtkamp aber soll nachverdichtet werden. „Wir sehen den Konflikt sehr wohl“, erklärte Jens Nacke (CDU). Man habe alles abwägen müssen. Allerdings müsse im Außenbereich der Dorf-Charakter erhalten bleiben, während die Bebauung am Holtkamp von einem Siedlungs-Charakter geprägt ist.

Abschließend mit dem Thema befasst sich der Verwaltungsausschuss am kommenden Montag, 17. September, in nicht-öffentlicher Sitzung.

Tonia Hysky
Redakteurin
Online-Redaktion
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