Westerstede Die Diskussion über den Bau von Mehrfamilienhäusern an der Norderstraße bestimmte die Diskussion in der Bauausschuss-Sitzung am Montagabend. Wie berichtet, entschieden sich die Mitglieder am Ende eines fast zweistündigen Gedankenaustauschs dafür, dieses Thema im April erneut zu beraten. Bis dahin soll die Stadtverwaltung eine abgespeckte Version der geplanten Bebauung vorlegen.

Zu Beginn der Sitzung nutzten Anwohner die Gelegenheit, ihre Sicht der Dinge darzulegen. „Wir lehnen die Bebauung strikt ab. Wir wollen nicht das Manhattan Westerstedes werden“, unterstrich Erhard Krettek als Sprecher der Bürgerinitiative. Unterstützt werde die Initiative auch von zahlreichen weiteren Westerstedern, die den Grüngürtel als Naherholungsgebiet schätzen, betonte Krettek. Innerhalb einer Woche hätten 1000 Bürger die Unterschriftenliste gegen das Vorhaben unterzeichnet. „Westerstede vermarktet sich als Gesundheitsstadt im Grünen“, betonte Krettek, daher solle man keinesfalls intakte Natur durch Bebauung zerstören. Weitere Argumente waren die zunehmende Verkehrsbelastung und der Hochwasserschutz.

Erhalt des Grüngürtels

Wie später bei der Vorstellung der Planung und der Betrachtung der Eingaben deutlich wurde, wäre eine Bebauung durchaus möglich und den Anwohnern zumutbar. Wie es hieß, stünden allerdings noch einige Untersuchungen aus, beispielsweise des Fledermaus-Vorkommens. Grundsätzlich solle der Grüngürtel erhalten bleiben, wenn auch etwas verkleinert.

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Markus Berg (CDU) unterstrich, dass Singlewohnungen vermehrt nachgefragt würden und die Stadt daher in der Pflicht sei, bezahlbaren Wohnraum anzubieten. Gleichwohl nähmen CDU/FDP die Bedenken der Bürger ernst und könnten sich daher vorstellen, die Gebäudehöhen zu reduzieren und das Projekt insgesamt zu verkleinern.

Christel Ahlers (Grüne) und Ester Welther (Grüne) sprachen sich ganz gegen das Vorhaben aus, um die Natur zu erhalten und plädierten dafür, auf alternative Flächen auszuweichen. Diese stünden aber, wie Markus Schneider (CDU) betonte, gar nicht in ausreichendem Maß zur Verfügung.

Hermann Rust (UWG) unterstrich, dass die Planung an der Norderstraße nicht weiterverfolgt werden sollte. Es handele sich neben der Thalenweide um die einzige öffentliche Grünfläche. Bei der Planung sollte das Ortsbild Priorität haben. Seiner Ansicht nach seien derzeit auch noch genügend günstige Wohnungen zu haben. Dies wurde von der Verwaltung und weiteren Ratsmitgliedern bestritten. „Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum“, unterstrichen Uwe Kroon (SPD) und Frank Lukoschus (SPD) mit Blick auf junge Leute, die sich in Westerstede niederlassen wollen. Auf einer städtischen Fläche lasse sich dieses Ziel am einfachsten verwirklichen. In welcher Ausführung, darüber solle noch nachgedacht werden.

„Wir sind als Rat für alle Bürger verantwortlich“, erklärte Peter Drossen (FDP). Er empfahl aber auch, die Geschosshöhe an die vorhandene Bebauung anzugleichen und Sichtachsen möglichst zu erhalten. Gleichzeitig sollte der gesamte Grüngürtel aufgewertet werden. Lars Schmidt-Berg (CDU) erklärte, dass für ihn eine Riegelbebauung nicht in Frage komme.

Adolf Bauer (SPD) erinnerte an die lange Planungszeit für eine mögliche Bebauung an der Norderstraße. Bislang gebe es nur Bedenken, und einige Untersuchungen stünden noch aus. Er sprach sich dafür aus, freie Flächen in alten Siedlungsgebieten im Stadtgebiet zu nutzen.

Viele Wohnungen belegt

Die Dringlichkeit des Vorhabens unterstrich Bürgermeister Klaus Groß (FDP). Durch den Zustrom an Flüchtlingen seien viele Wohnungen inzwischen belegt: „Diese müssen wir an den Markt zurückgeben.“ Der Ausschuss kommt am 18. April, 17 Uhr, im Rathaus erneut zusammen.

Kerstin Schumann Redakteurin / Redaktion Westerstede
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