Metjendorf Wenn Bettina Hauke aus ihrem Fenster blickt, sieht sie eine dichtbewachsene Obstwiese. „Hier leben Kröten, Fledermäuse und unendlich viele Vögel“, betont Hauke. Seit vier Jahren lebt die 48-Jährige mit ihrem Ehemann in der Straße „Am Sportplatz“ in Metjendorf.

Wenn es nach Plänen des Investors Rainer Gloy geht, blicken Bettina Hauke und ihr Mann bald nicht mehr auf die rund 20 uralten Apfelbäume, sondern auf eine Seniorenwohnanlage. Auf dem rund 8000 Quadratmeter großen Grundstück an der Metjendorfer Landstraße 15 plant er eine stationäre Pflege-, eine Tagespflegeeinrichtung sowie betreutes Wohnen (NWZ berichtete). Auch der Fahrradhof in dem alten Bauernhaus im vorderen Bereich des Grundstückes müsste weichen.

Bettina Hauke hat nichts gegen eine Seniorenwohnanlage, betont sie, sondern grundsätzlich gegen eine Bebauung. Die Diplom-Künstlerin will das Gebäude und die Obstbaumwiese erhalten. „Das alte Bauernhaus ist Teil einer alten Hofstelle mit uralter Balkenkonstruktion und hat eine lange Geschichte von historischem Wert für die Metjendorfer“, macht die 48-Jährige deutlich. Sie fordert, dass das Bauernhaus von 1680 auf Denkmalschutz geprüft wird.

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Rita Abeln vom Planungsbüro NWP stellte die Pläne des Investors am Montag in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses vor. Vorgesehen sind zwei zweistöckige Gebäude. Im vorderen Gebäude im Bereich des jetzigen Fahrradhofes soll eine stationäre Pflegeeinrichtung mit etwa 80 Plätzen sowie eine Tagespflegeeinrichtung mit etwa 15 Plätzen untergebracht werden. Das zweite Gebäude bietet 35 Apartments für betreutes Wohnen. Das vordere Gebäude ist mit einer Höhe von 11,65 und das hintere mit 9,90 Meter geplant.

Grünflächen und Bäume sollen ausreichend Abstände zu den angrenzenden Grundstücken sichern. Hier ist ein Mindestabstand von zehn Metern vorgesehen. Die Bäume an der Einfahrt an der Metjendorfer Landstraße sollen erhalten bleiben.

Hauke stellte ihre Bedenken im Ausschuss vor. Unterstützung bekam sie von weiteren Metjendorfern.

Hans-Dieter Schneider (SPD) sprach von einer „schnuckeligen Anlage“ und einer „ordentlichen Lösung“. Schließlich sei hier niemand zu erwarten, der Partys feiert. Lediglich von den Grünen bekamen die Anwohner Unterstützung. Das sei keine „behutsame Bebauung“, äußerte sich Günter Teusner (Bündnis 90/Die Grünen).

Der Ausschuss stimmte dem vorgestellten Planentwurf mit zwei Gegenstimmen von Teusner und Tim Oltmanns (beide Bündnis 90/Die Grünen) zu und empfahl die 4. Änderung des Bebauungsplans „Mühlengrund“. Bettina Hauke und weitere Anwohner wollen weiter für den Erhalt von Bauernhaus und Wiese kämpfen. Ihr nächster Schritt: eine Unterschriftensammlung.


Bettina Hauke berichtet im Internet über ihr Anliegen unter   http://obstbaumwiese-metjendorf.bettina-hauke.de 
Sonja Klanke Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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