Ammerland Im Straßenausschuss des Landkreises ist die Politik normalerweise unter sich. Ausschussbesucher gibt es nur selten. Auf der letzten Sitzung waren dann plötzlich an die 50 Gäste – Anwohner aus Ihausen und Hollriede. Ihre Präsenz unterstrich zwar die Wichtigkeit einer Lösung. Eine schnelle wird es aber nicht geben.

Beispiel K 114

An der Kreisstraße 114 befindet sich der wohl schlechteste Radweg des Ammerlandes. Zum einen ist der Weg gerade mal einen guten halben Meter breit und der Asphalt ist kaputt. Zum anderen ist der Weg hin zur Böschung des kleinen Wasserlaufs abgesackt. Dass hier eine Sanierung überfällig ist, steht für Politik und Kreisverwaltung außer Diskussion. Aber der mieseste Radweg weit und breit dürfte auch der teuerste werden. Zwischen acht und 10,3 Millionen dürfte das fünf Kilometer lange Stück kosten. Denn: entweder muss man den kleinen Wasserzug verlegen oder eine aufwendige Entwässerung bauen.

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Grundsätzlich soll der Weg gemacht werden. Aber angesichts der Kosten wird nun die nächste Alternative geprüft. Denn vielleicht könnte man Radweg und Straße in einem Aufwasch machen und vielleicht auch (ausnahmsweise) auf den Grünstreifen zwischen Fahrbahn und Radweg verzichten.

Fakt ist: die Anwohner werden noch eine Weile mit einem Radweg leben müssen, der eigentlich nicht befahrbar ist. Und das Ausweichen auf die Straße ist vielen Radlern zu gefährlich.

Beispiel K 115

Der Ortsbürgerverein Hollwege wünscht sich einen Radweg nach Felde. Der Landkreis Ammerland machte eine Verkehrszählung und stellte fest: 749 Autos, 125 Transporter, 75 Laster und 154 Zweiräder waren dort pro Tag im Schnitt unterwegs. Unfälle mit Radlern gab es in den vergangenen Jahren keine. Und auch radtouristisch gilt die Strecke nicht als relevant.

Fazit: die Hollweger und ihr Ortsbürgerverein werden weiter auf einen Radweg warten müssen. Ihr Antrag wurde zurückgestellt.

Beispiel Ausbau

Mittlerweile gilt eine Radweg-Breite von 2,50 Metern als Standard bei Neubauten. Die meisten Radwege im Ammerland sind deutlich schmaler. Sollen die wichtigsten Routen nun verbreitert werden? Schließlich hat der Verkehr mit Kinderanhängern, E-Scootern oder auch Lastenrädern zugenommen. Dann der Boom beim Radtourismus mit vielen E-Bike-Fahrern. Auch um das Pendeln per Rad attraktiver zu machen, müssten bestehende Wege verbessert werden. Doch wo soll man anfangen? Die Politik im Ausschuss wollte sich (noch) nicht festlegen.

Jasper Rittner Redaktionsleitung / Redaktion Westerstede/Oldenburg
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