Ammerland Der Begriff Ärztemangel sorgt besonders in ländlichen Gegenden immer wieder für Gesprächsstoff. Auch in verschiedenen Gemeinden des Ammerlands sei es zum Teil schwierig, einen Arzttermin zu bekommen, und auch mit Wartezeiten haben sie öfter zu kämpfen, so schildern manche Patienten ihren Eindruck. Doch wie sind die Bewohner des Ammerlands mit Fach- und Hausärzten versorgt? Eine Statistik soll nun Aufschluss geben.

„Der Landkreis Ammerland ist zurzeit sehr gut mit Fachärzten versorgt“, erklärt Detlef Haffke, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen. Laut der Statistik der Kassenärztlichen Vereinigung liegen zum Beispiel Nervenärzte im Ammerland bei einem Versorgungsgrad von 134,8 Prozent. Das sind fünf niedergelassene Ärzte, die 121 435 Einwohner versorgen. Die HNO-Ärzte liegen bei 139,3 Prozent. Damit handelt es sich statistisch gesehen um keinen Ärztemangel, sondern um eine Überversorgung.

Wie viele Ärzte es in einer Region gibt, regelt die sogenannte Bedarfsplanung nach Gesetz. „Ein Planungsbereich gilt als überversorgt und damit für zusätzliche Arztsitze gesperrt, wenn die Arztdichte einer Fachgruppe einen Wert über 110 Prozent übersteigt“, so Haffke. Unter 75 Prozent wird von einer Unterversorgung gesprochen. Auch die Versorgung durch Augenärzte, Chirurgen, Frauenärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Orthopäden sowie Urologen liegt im Ammerland bei über 110 Prozent.

Laut Statistik ist der Landkreis Ammerland auch mit Hausärzten insgesamt gut ausgestattet. Für die Datenerhebung der hausärztlichen Versorgung hat die Kassenärztliche Vereinigung das Ammerland in zwei Mittelbereiche unterteilt. In Bad Zwischenahn und Edewecht versorgen rund 35 Ärzte 50 031 Einwohner. Damit liegt die Versorgung bei knapp 110,7 Prozent. Somit ist ein Hausarzt in dem Bereich für 1594 Menschen zuständig. In Westerstede und Apen sorgen rund 23 Hausärzte für 33 488 Einwohner. Somit liegt der Versorgungsgrad bei 112,8 Prozent. Die Orte Rastede und Wiefelstede wurden in der Statistik über den Landkreis Ammerland nicht erfasst.

Somit ist die hausärztliche Versorgung ebenfalls laut Statistik im Ammerland ausreichend gedeckt. Auch bei den Hausärzten gilt ein Zulassungsstopp. Ärzte können sich nur dann neu niederlassen oder anstellen lassen, wenn ein anderer Arzt seine Zulassung zurückgibt und damit einen Arztsitz freigibt, sagt Haffke.

Nah dran: Die Erreichbarkeit der Allgemeinmediziner im Ammerland liegt bei sechs Minuten, so Haffke. Dabei ist die Grundlage für die Messungen der jeweilige Gemeindemittelpunkt. In den einzelnen Gemeinden komme es jedoch zu Schwankungen.

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Anna-Lena Sachs Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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